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Das Ursprungsland gehört auf jedes Lebensmittel

Weltkugel in Konservendose © Orlando Florin Rosu - Fotolia.com

Auf frischen Erdbeeren – ob verpackt oder lose verkauft – muss das Ursprungsland stehen. Sind die Erdbeeren aber tiefgekühlt oder zur Konserve verarbeitet, ist es mit der Ursprungsangabe schon vorbei. Rechtlich ist diese dann jedenfalls nicht mehr gefordert.

Verbraucher ärgern sich darüber. Die meisten Fragen an das Forum auf Lebensmittelklarheit drehen sich um die Angabe des Herstellers und des Ursprungslandes. Viele Verbraucher können nicht verstehen, warum sie nicht erfahren sollen, woher ein Lebensmittel stammt.

Auch in einer Studie der Verbraucherzentralen im Jahr 2011 äußerten die Befragten ein großes Interesse an der Herkunft. 86 Prozent der Teilnehmer interessieren sich für den Herstellungsort und die Herkunft der Zutaten. Über 50 Prozent gaben sogar ein großes Interesse an. Damit gehörten diese Informationen auch im Rahmen  der Studie zu den aus Verbrauchersicht wichtigsten Angaben.

Das Ursprungsland ist bisher aber nur auf wenigen Lebensmittelgruppen verpflichtend, beispielsweise auf frischem, unverarbeitetem Fleisch, auf den meisten frischen Obst- und Gemüsesorten und auf frischen Eiern. Sobald Lebensmittel verarbeitet werden, erlischt diese Kennzeichnungspflicht.

Die EU-Kommission hat für verschiedene Lebensmittelgruppen prüfen lassen, ob die Kennzeichnung des Ursprungslands praktikabel und umsetzbar ist. Die ersten Ergebnisse stimmen aus Sicht der Verbraucherzentralen wenig optimistisch:

Auf verarbeiteten Lebensmitteln, die Fleisch enthalten, sieht es zurzeit nicht nach einer verbesserten Herkunftskennzeichnung aus. Das Gegenargument ist – wie so oft – dass der Aufwand für die Kennzeichnung zu erheblichen Preissteigerungen führen würde.

Auch bei weiteren Lebensmittelkategorien ist bisher noch nicht abzusehen, ob es zukünftig eine verbesserte Herkunftskennzeichnung geben wird:

  • Milch
  • Milch, die als Zutat in Milchprodukten verwendet wird
  • unverarbeiteten Lebensmitteln, 
  • Erzeugnissen aus einer Zutat
  • für Zutaten, die mehr als 50 % eines Lebensmittels ausmachen

Lebensmittelklarheit.de fordert die Bundesregierung auf, sich für eine verbesserte Kennzeichnung des Ursprungslandes einzusetzen. Die Angabe gehört nicht nur auf Rohwaren, sondern auch auf verarbeitete Erzeugnisse!

Stand 
29. Mai 2015