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Unbefriedigend: Fehlende Zutaten-Kennzeichnung auf Käse

© berwis / PIXELIO

Unermüdlich wiederholen Verbraucherzentralen ihre Empfehlung, vor dem Kauf von Lebensmitteln die Zutatenliste zu lesen. Sie gehört zu den wichtigsten Informationsquellen über die Zusammensetzung und die Qualität eines Lebensmittels. Aber wie informiert man sich, wenn auf bestimmten Lebensmitteln eine Zutatenliste ganz offiziell fehlen darf?

Viele verärgerte Verbraucher, die auf Käse das Zutatenverzeichnis vergeblich suchen, wenden sich an Lebensmittelklarheit.de.

Was Käufer für einen Kennzeichnungsfehler halten, ist allerdings lebensmittelrechtlich festgeschrieben: Laut EU-Lebensmittelinformationsverordnung darf die Zutatenliste fehlen, wenn nur die für die Herstellung des Käses notwendigen Zutaten verwendet wurden. Das sind Milchinhaltsstoffe, Enzyme und Mikroorganismenkulturen und das verwendete Speisesalz – außer bei Frisch- und Schmelzkäse.

Diese Ausnahmeregelung hält die Verbraucherzentrale für wenig verbraucherfreundlich und nicht nachvollziehbar. Lebensmittelklarheit.de fordert das Bundesverbraucherministerium auf, sich dafür einzusetzen, dass diese Kennzeichnungslücke geschlossen wird.

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Stand 
5. März 2016

Kommentare

Die Ausnahme ergibt sich aus der Verordnung (EU) 1169/2011, Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV), Artikel 19 (1) d) und ist für alle EU-Mitgliedsstaaten verbindlich.
Die einzelstaatlichen Möglichkeiten aus Artikel 38 (2) und Artikel 39 (1) der LMIV greifen bei diesem Punkt nicht.
Das Bundesministerium kann hier also, wenn überhaupt, höchstens anschieben, aber nicht ändern.

Da aber, wie Sie selbst im Beitrag beschreiben, nur Produkte für diese vereinfachte Deklaration in Frage kommen, die ausschließlich aus den selbstverständlichen Zutaten hergestellt wurden, sehe ich hier keinen Handlungsbedarf.


Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir haben den letzten Satz und hoffen, damit ist unser Anlieger klarer.