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Zutaten: Versteckspiel beenden!

Kritischer Blick eines Käufers
© Minerva Studia - Fotolia.com

Verbraucherzentralen raten jedem Lebensmittelkäufer, die Zutatenliste auf verpackten Lebensmitteln zu lesen. Sie gibt an, aus welchen Zutaten das Lebensmittel besteht, und kann dadurch wichtige Informationen zur Qualität eines Produktes geben.

Aber was tun, wenn die Kennzeichnung nicht weiterhilft, weil die Zutatenliste fehlt oder unklare Bezeichnungen keinen Aufschluss bringen? Im konkreten Fall bleibt für Kunden nur, beim Hersteller nachzufragen – ein mühsames und für den Alltagseinkauf ungeeignetes Vorgehen.

Hier fehlt die Klarheit bei Zutaten:

  • Zutaten verstecken sich hinter so genannten Klassenbezeichnungen wie „Kräuter“ und „Gewürze“ Nur die wichtigsten Allergene wie Sellerie sind klar angegeben. Was sich sonst dahinter verbirgt, bleibt unklar. Erst wenn mehr als zwei Prozent Kräuter oder Gewürze enthalten sind, müssen diese einzeln genannt werden. Besonders ärgerlich ist diese Regelung für Verbraucher, die bestimmte Lebensmittel meiden wollen oder müssen.
  • „Öl tierisch“ und „Fett tierisch“ sind ebenfalls zulässige Klassenbezeichnungen für raffinierte Öle und Fette tierischer Herkunft. Hier erfährt der Verbraucher nicht, ob das Fett oder Öl von Schwein, Rind oder Fisch stammt.
  • Auch „Fisch“ und „Käse“ als Zutat sind sehr pauschale Klassenbezeichnungen, die die Zutaten nicht eindeutig benennen und Käufern als Information oftmals nicht ausreichen.
  • Auf alkoholhaltigen Getränken ab einem Alkoholgehalt von 1,2 Volumenprozent fehlt die Zutatenliste komplett. „Rühmliche“ Ausnahme ist das Bier. Interessant dürften aber beispielsweise auch die Zutaten in Likör und alkoholhaltigen Mixgetränken sein: Womit wurden sie gefärbt und woher stammt der Geschmack? Qualitätsunterschiede bleiben für Käufer unsichtbar.
  • Auf Käse und vielen Milcherzeugnissen darf das Zutatenverzeichnis fehlen, wenn nur die für die Herstellung des Produktes notwendigen Zutaten verwendet werden. Das sind Milchinhaltsstoffe, Enzyme, Mikroorganismenkulturen und bei Käse – außer Frisch- und Schmelzkäse – Salz.

Lebensmittelklarheit.de fordert den Gesetzgeber auf, eine eindeutige Kennzeichnung der Zutaten auf allen Lebensmitteln konsequent umzusetzen. Unklare Klassenbezeichnungen sollten der Vergangenheit angehören.

Stand 
2. März 2016