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Bonbons „ohne Zucker"

Bonbons „ohne Zucker“ haben viele Kalorien. Sind sie trotzdem zahnschonend?

Frage

Ich habe vor ein paar Wochen Halsbonbons ohne Zucker gekauft und wollte diese über Nacht zerlutschen. Daheim ist mir aufgefallen, dass der Brennwert 230 Kilokalorien beträgt, da bin ich fast vom Hocker gefallen. Ich dachte „ohne Zucker“ bedeutet eben auch keine oder kaum Kalorien und auch kein Problem für die Zähne, wenn ich diese Bonbons über Nacht im Mund zergehen lasse. Statt Zucker wird dann Alkohol angegeben, was doch auch nichts anderes als Zucker ist, oder? Wie steht es denn mit den Zähnen bei dieser Form des Zuckers? Ich finde den Ausdruck "Ohne Zucker" auf der Packung total unpassend. Die Bonbons eignen sich weder für Leute, die wenig Kalorien zu sich nehmen wollen, noch für Leute die zum Beispiel ihren Kindern zahnschonende Bonbons kaufen wollen.

Antwort

Die nährwertbezogene Angabe „ohne Zucker“ ist gleichbedeutend mit „zuckerfrei“. Ein so beworbenes Produkt darf nicht mehr als 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm oder 100 Milliliter enthalten. Eine Vorgabe zum Kaloriengehalt gibt es für diese Angabe nicht. 

In als "zuckerfrei" beworbenen Lebensmitteln wird Zucker häufig durch Süßungsmittel ersetzt – Zuckeraustauschstoffe und/oder Süßstoffe. Welche Süßungsmittel eingesetzt wurden, erfahren Sie in der Zutatenliste.

Zuckeraustauschstoffe werden auch als „mehrwertige Alkohole“ oder „Zuckeralkohole“ bezeichnet. Sie sind nicht zu verwechseln mit Alkohol (Ethanol) in Spirituosen. Sie zählen nicht zu den Zuckern und können freiwillig in der Nährwerttabelle als Untergruppe der Kohlenhydrate mit "davon mehrwertige Alkohole" aufgeführt werden.

Während Süßstoffe praktisch kalorienfrei sind, liefern Zuckeraustauschstoffe durchschnittlich 2,4 Kilokalorien pro Gramm. Zum Vergleich: Zucker hat etwa 4 Kilokalorien pro Gramm. Bonbons, die mit Zuckeraustauschstoffen gesüßt wurden, können daher eine ganze Menge Kalorien enthalten, aber dennoch weniger als mit Zucker gesüßte Produkte.

Süßstoffe werden von den Bakterien der Mundflora nicht abgebaut und wirken deshalb nicht Karies fördernd. Zuckeraustauschstoffe werden unterschiedlich verwertet. Während Xylit sogar einen gewissen Schutz vor Karies bietet, wirken Sorbit und Mannit leicht kariogen. Lactit und Maltit haben keinen Einfluss auf die Entstehung von Karies.

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Letzte Änderung 
21. Juli 2017