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Brotkennzeichnung im Onlinehandel

Ist es erlaubt, sich auf eine reduzierte Kennzeichnung zu beschränken?

Frage

Leider sehe ich immer mehr traditionelle Bäcker sterben, und ich bin gezwungen, im Discounter mein Brot zu kaufen. Die Auswahl nimmt aber immer mehr ab. Heute habe ich in einem Discounter die Brote durchsucht, in der Hoffnung, etwas ohne Malzextrakt und Karamellsirup zu finden. Ohne Ergebnis. Dann habe ich mir ein Fitnessbrötchen gekauft – mit Karamellsirup und Dextrose. Da finde ich die Produktbezeichnung sehr fragwürdig. Nun wollte ich mir das noch einmal online ansehen und dort werden die Zutaten nur mit „Weizenbrötchen; mit Karotten, Sonnenblumenkernen und Leinsamen“ angegeben. Ist es im Onlinehandel erlaubt, sich so bei der Kennzeichnung zu reduzieren? Ich konnte dazu keine Info finden.

Antwort

Auch beim Onlinehandel sind Händler verpflichtet, nahezu alle Informationen anzugeben, die auch auf der Verpackung zu lesen sind. Dazu gehören:

  • die genaue Bezeichnung
  • die Zutatenliste, die wichtigsten enthaltenen Allergene müssen hervorgehoben sein
  • eine Nährwertdeklaration
  • die Nettofüllmenge
  • sowie weitere Kennzeichnungselemente die nur für bestimmte Lebensmittelgruppen verpflichtend sind, wie der Alkoholgehalt ab 1,2 Volumenprozent

Zudem müssen der Preis und der Grundpreis angegeben sein.

Ausgenommen von der Kennzeichnungspflicht ist die Angabe eines Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatums. Dieses muss erst bei der Lieferung angegeben werden.

Die Verpflichtung, die oben genannten Informationen bereitzustellen, gilt allerdings nur, wenn es sich um einen Onlineshop mit Bestellmöglichkeit handelt. Präsentiert ein Hersteller seine Produkte auf seiner Website, ohne dass Verbraucher sie dort bestellen können, sind die Angaben nicht verpflichtend. 

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Letzte Änderung 
15. September 2017

Kommentare

Liebe Verbraucherzentrale,

auch im Fernabsatzhandel sind nur vorverpackte Lebensmittel mit einer umfassenden Kennzeichnung nach Art. 9 LMIV zu versehen. Nach Art. 14 Abs. 2 LMIV müssen nicht vorverpackte Lebensmittel, die durch Einsatz von Fernkommunikationstechniken zum Verkauf angeboten werden, nur die nach Art. 44 LMIV vorgeschriebenen Angaben (d.h. Allergenkennzeichnung und die ggf. weitere Angaben nach LMIDV und ZZulV) tragen. Allein durch Betrachung einer Internetseite wird sich ein Kennzeichnungsverstoß daher nicht ermitteln lassen.

Abschließend weise ich darauf hin, dass das Verpacken eines Lebensmittels für den Postversand selbstverständlich nicht dazu führt, dass das Lebensmittel vorverpackt ist, da die Versandpackung mit dem Lebensmittel keine "Verkaufeinheit" i. S. d. Art. 2 Abs. 2 e) LIMV darstellt.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Steiner