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Chinesisches Mehl in Bäckereikette

Die Bäckerei wirbt mit regionaler Milch, aber das Mehl kommt aus China. Für mich ist das ein Skandal!

Frage

Von einer Bekannten habe ich Folgendes gehört: Bei einer Besichtigung einer Bäckerei wäre ihr aufgefallen, dass dort Mehlsäcke mit chinesischen Schriftzeichen standen. Daraufhin habe ich die Bäckerei angeschrieben, woher sie ihr Mehl beziehen. Nach einigem Hin und Her wurden mir drei Firmen genannt. Ich habe dann nachgehakt, ob es ausschließlich diese drei Firmen sind. Es kam keine Antwort. Ich habe dann einem TV-Sender davon berichtet. Es bestand kein Interesse. Habe jetzt aber noch mal nachgehakt. Es wundert mich schon sehr, dass die Bäckerei mit regionaler Milch wirbt, aber die Hauptzutat für Backwaren, nämlich das Mehl, nicht beworben wird. Sollte es zutreffen, dass die Bäckereikette Mehl aus China bezieht, wäre es für mich ein Skandal.

Antwort

Wir können nachvollziehen, dass Sie empört oder enttäuscht sind. Da die Bäckerei mit regionaler Milch wirbt, haben Sie möglicherweise erwartet, dass auch die anderen Zutaten aus regionalem Anbau stammen. Doch das scheint nicht der Fall zu sein.

Rechtlich ist der Bäckerei nach Ihren Schilderungen nichts vorzuwerfen. Die Bäckerei hat offenbar weder in Bezug auf die Backwaren noch auf das Mehl mit regionaler Herkunft geworben. Hersteller dürfen ihre Zutaten wie Mehl aus dem Ausland, auch aus Nicht-EU-Ländern, beziehen und brauchen dessen Herkunft nirgends anzugeben. Aus unserer Sicht ist diese Regelung allerdings nicht verbraucherfreundlich.

Die Angabe des Ursprungslandes ist bislang nur für wenige Lebensmittel verpflichtend, beispielsweise für unverarbeitetes Fleisch, frische Eier sowie die meisten Obst- und Gemüsesorten. Sobald Lebensmittel verarbeitet werden, gibt es diese Kennzeichnungspflicht meist nicht mehr. Zahlreiche Anfragen bei Lebensmittelklarheit zeigen allerdings, dass Verbraucher stark daran interessiert sind, das Herkunftsland auch bei verarbeiteten Lebensmitteln zu erfahren.

Lebensmittelklarheit fordert vom Gesetzgeber daher, sich für eine verbesserte Kennzeichnung des Ursprungslandes einzusetzen. Die Angabe gehört unserer Ansicht nach nicht nur auf Rohwaren, sondern auch auf verarbeitete Erzeugnisse.

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Letzte Änderung 
18. September 2017

Kommentare

Ist in China auch schon mal ein Sack Mehl umgefallen? Wäre für mich ein Skandal, wenn hier nicht darüber berichtet würde...


Ein TV-Sender hatte kein Interesse... Warum auch?
Wozu haben wir Vorgaben für die Lebensmittelkennzeichnung, wenn ständig daran herum gemeckert wird?
Mich wundert der Kontrast ein wenig. Der Kunde geht zu einer Bäckereikette einkaufen. Wahrscheinlich ist der Preis auch entsprechend niedrig. Wie sollte es dann möglich sein, dass die Hauptzutaten teuer aus der Region kommen?
Gehen Sie zum regionalen Bäcker und zahlen halt einfach mehr, dann bekommen Sie auch möglicherweise regionales Mehl.
Selbst Backen wäre natürlich auch möglich...


Hallo, vielleicht gibt es in dieser Region aufgrund des allgemeinen Konzentrationsprozesses keinen lokalen Bäcker mehr?

In "meinem" Wohnort gibt es zwei Bäckerei-Filialen, die jeweils von einer ca. 50 Kilometer entfernten Zentrale versorgt werden!