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Die Herkunft von Fischstäbchen

Reicht ein Code mit Verweis auf eine Internetseite als Herkunftsangabe aus?

Fischstäbchen
© Silvia Bogdanski - Fotolia.com

Frage

Mir ist aufgefallen, dass auf Fischstäbchen die Fanggebiete nur als Code verschlüsselt angegeben sind. Mit dem Code kann ich auf der Internetseite des Herstellers erfahren, in welchem Gebiet der Fisch für die Fischstäbchen gefangen wurde. Transparenter Verbraucherschutz sieht meiner Meinung jedoch anders aus, denn so muss ich die Packung Fischstäbchen kaufen, um das Fanggebiet dann überprüfen zu können, da diese Fanggebiete wie gesagt hinter Codes versteckt sind, anstatt dass man sofort die Nummer des Fanggebietes auf die Verpackung druckt. Transparenter Verbraucherschutz sieht anders aus, denn ich würde gerne vor dem Kauf wissen, ob der Fisch aus für mich bedenklichen Gebieten kommt.

Antwort

Codierte Informationen sind für den Einkauf grundsätzlich ungünstig – da stimmen wir Ihnen zu – vor allem, wenn es sich um kaufentscheidende Informationen handelt.

Eine verpflichtende Angabe des Fanggebiets ist laut europäischer Fischerei-Marktorganisations-Verordnung allerdings nur für frischen, gekühlten und gefrorenen Fisch sowie getrockneten, gesalzenen, in Salzlake eingelegten, geräucherten oder vor oder während des Räucherns gegarten Fisch vorgeschrieben. Die Welternährungsorganisation (Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO)) unterscheidet 19 große Fanggebiete, die nochmals ins kleinere Unterfanggebiete unterteilt werden. Lediglich für die FAO-Fangebiete Nordostatlantik, Mittelmeer und Schwarzes Meer ist die Angabe des Untergebiets vorgeschrieben. Zusätzlich muss das Fischereigebiet in verständlicher Form benannt oder in Form einer Karte oder eines Piktogramms gezeigt werden. Für alle anderen Fischereigebiete reicht die Nennung des großen FAO-Fanggebiets. Nur die FAO-Nummer für die Fanggebiete anzugeben, ist nicht ausreichend.

Freiwillig kann auch für die anderen FAO-Fanggebiete eine genauere Fanggebietskennzeichnung erfolgen. Sollte der Platz für dies detaillierte Kennzeichnung auf der Packung nicht reichen, können einheitliche Codes verwendet werden, basierend auf den Empfehlungen des Thünen Instituts für Ostseefischerei. Nebenstehend finden Sie die Links zur ausführlichen Fanggebietsliste sowie einer Liste der empfohlenen Codierungen. 

Für Fischstäbchen ist die Fanggebietskennzeichnung noch nicht vorgeschrieben. Die Angabe in Form eines Codes, wie in Ihrem Beispiels, ist daher eine freiwillige Verbraucherinformation des Herstellers. Viele Anbieter von verarbeiteten Fischprodukten kennzeichnen die Herkunft der Fische in keiner Weise, daher ist jede zusätzliche Information aus unserer Sicht grundsätzlich zu begrüßen. Wir können nur vermuten, dass der Hersteller aus Platzgründen auf die Form der Codierung zurückgreift. Derzeit bleibt Ihnen nur, sich die Codierung der von Ihnen akzeptierten Fanggebiete einzuprägen oder zu notieren und das Produkt so bereits am Einkaufsort zu überprüfen.

Da uns viele Beschwerden zu fehlenden oder unzureichenden Herkunftsangaben, besonders bei verarbeiteten Erzeugnissen, erreichen, fordert lebensmittelklarheit.de eine Ausweitung der Herkunftskennzeichnung auf Lebensmitteln. 

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Letzte Änderung 
10. Oktober 2017

Kommentare

Da gibt es doch nur eine Reaktion darauf: solche Produkte boykottieren. Lieber solche Sachen selber herstellen, schmecken auch viel besser und sind frei von unnötigen Zusatzstoffen.