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Fairtrade/Fairer Handel

Reicht ein Fairtrade-Anteil von 20 Prozent?

fairtrade anhänger
© Barbara Pheby - Fotolia

Frage

Ich habe in einem Bericht gelesen, dass ein Produkt das Fairtrade-Siegel erhält, wenn der Fairtrade-Anteil bei mindestens 20 Prozent liegt. Kann das sein, dass Produkte mit so einem geringen Anteil aus fairem Handel unter „Fairtrade“ laufen?

Wie ist es zum Beispiel bei Gepa? Gepa steht für fairen Handel. Bestehen diese Produkte auch nur zu einem bestimmten Prozentsatz aus fairem Handel?

Wenn ein Fairtrade-Siegel auf der Verpackung steht, geht man als Verbraucher davon aus, dass man ein Produkt kauft, das zu 100 Prozent fair gehandelt wird.

Antwort

Produkte aus fairem Handel sind rechtlich nicht speziell geregelt. Hinter den verschiedenen Siegeln der Handelsorganisationen und Firmen können daher unterschiedliche Anforderungen stehen. Alle Siegel-Organisationen und Fair-Handelshäuser stützen sich dabei auf die internationalen Standards der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO).

 Generell gilt aber für „Monoprodukte“ – Produkte aus einer Zutat – wie Kaffee, Kakao, Zucker und Gewürze: Diese müssen vollständig, also zu 100 Prozent, aus fairem Handel stammen.
Nur bei so genannten Mischprodukten, das sind Lebensmittel aus mehreren Zutaten, gelten verschiedene Regelungen für den Fairhandelsanteil.

Beim Fairtrade-Siegel gelten für Mischprodukte die folgenden Kriterien: Alle Fairtrade-zertifizierten Bestandteile bilden mindestens 20 Prozent gemessen am Gewicht oder dem Volumen aller Ausgangsinhaltsstoffe vor der Verarbeitung. Hinzugefügtes Wasser und/oder Milchprodukte bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt, wenn ihr Anteil mehr als 50 Prozent des Endproduktes ausmacht. Zudem müssen Mischprodukte so viele Fairtrade-zertifizierte Zutaten enthalten wie international auf den Märkten verfügbar sind. Die Anteile dieser zertifizierten Zutaten sind auf der Rückseite der Verpackung anzugeben.

In den Gepa-Kriterien ist dagegen folgende Aussage zu finden: „In allen Mischprodukten wie Schokoladen oder Gebäck streben wir möglichst hohe Fair-Handelsanteile bis zu 100 Prozent an […]. Insgesamt enthalten 70 Prozent unserer Mischprodukte bereits über 75 Prozent fair gehandelte Zutaten.“

Da der Fair-Handelsanteil auf den Produktverpackungen angegeben ist, können Sie Mischprodukte vergleichen und gezielt danach auswählen.

Nach Auffassung der Verbraucherzentrale wäre ein einheitliches, möglichst EU-weites Siegel auf Basis einer gesetzlichen Definition des Fair-Begriffes und rechtsverbindlichen Kriterien wünschenswert.

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Letzte Änderung 
5. Februar 2014