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Olivenöl nicht verbraucherfreundlich gekennzeichnet

Warum gibt es keinen Hinweis auf den Geschmack?

Olivenöl in einer Schale
© maresol - fotolia.com

Frage

Nach längeren Aufenthalten in Spanien hat es sich ergeben, dass wir als Speisefett überwiegend kalt gepresstes (vergine) Olivenöl der mittleren Preisklasse (ca. 4-6 €/L) verwenden. Wir bevorzugen dabei Öle mit wenigen Bitterstoffen d.h. möglichst milden Geschmack. In Spanien fiel die Auswahl nicht schwer, da die Etikettierung auch einen Hinweis auf die Geschmacksrichtung z.B. "frutado" für fruchtig und deftig oder eben "suave" für das von uns gewünschte milde Öl gab. Außerdem konnte man, auch bei diesen relativ preisgünstigen Ölen noch die Fruchtsorte (z.B. "hojiblanca") ablesen, so dass wir keinerlei Auswahlprobleme hatten.

In Deutschland fehlt bisher - vermutlich auch, wegen der von uns erschwinglichen Preisklasse und weil es sich um EU-Mischware handelt - jeder nur erdenkliche Hinweis auf die geschmackliche Beschaffenheit des im "normalen" Lebensmittelhandel angebotenen kalt gepressten Olivenöls. Ich rege daher an, den Herstellern und Vertreibern von Olivenöl in Deutschland eine bessere Kennzeichnung ihrer Produkte vorzuschlagen oder - im Sinne der Klarheit für den Verbraucher - aufzuerlegen.

Antwort

Olivenöl kann je nach Sorte, Region und Klima unterschiedlich schmecken. Die EU-Olivenöl-Vermarktungs-Durchführungsverordnung erlaubt daher Angaben zu Geschmack und Geruch auf dem Etikett für „natives Olivenöl extra“ und „natives Olivenöl“.

Die Angaben können jedoch nur gemacht werden, wenn bestimmte Analyse- und Prüfmethoden eingehalten werden. Zur Beschreibung dürfen die Attribute „fruchtig“, „bitter“ oder „scharf“ verwendet werden, je nach Intensität unterschieden in „leicht“, „mittel“ oder „intensiv“. Die Angaben können mit den Aussagen „ausgewogenes“ oder „mildes“ Öl ergänzt werden. Als „mildes Öl“ dürfen nur Öle mit leichter Bitterkeit und Schärfe ausgelobt werden. So könnte ein Öl beispielsweise als „mildes Öl, leicht fruchtig“ beworben werden.

Die Angabe solcher Attribute erfolgt freiwillig und muss durch ein Prüfpanel bestätigt werden, welches nach einem vorgegebenen Verfahren den Geschmack des Öls überprüft. Die Kosten der Prüfungen trägt der Hersteller.

Die von Ihnen zu Recht gewünschte Kennzeichnung der in Deutschland vermarkteten Olivenöle ist also möglich. Tatsächlich finden sich jedoch nur vereinzelt Hinweise auf die Geschmackseigenschaften bei in Deutschland verkauften Olivenölen. Wir nehmen Ihre Anregung gerne an und werden das Thema im Rahmen unseres Themenschwerpunkts weiterverfolgen.

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Letzte Änderung 
12. April 2017