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Grüne Soße mit "falschen" Kräutern

Statt Kresse und Pimpinelle sind Dill und Zitronenmelisse drin. Ist das nicht täuschend?

Grüne Soße mit Pellkartoffeln
Grüne Soße mit Pellkartoffeln © Tanja - Fotolia

Frage:

Als Berlinerin wollte ich mal „Frankfurter Grüne Soße“ ausprobieren und habe mir dafür frische „Grüne-Soße“-Kräuter gekauft. Es wurde die Frankfurter Grüne Soße suggeriert, aber in der Packung waren Kresse und Pimpinelle durch Dill und Zitronenmelisse ausgetauscht. Ich bin drauf reingefallen und habe das gekauft, weil ich nicht aus Hessen bin und diese „Spezialität“ mal ausprobieren wollte! Ist das nicht Irreführung?

Antwort:

Wir können verstehen, dass Sie verärgert sind. Tatsächlich sind  die Begriffe „Frankfurter Grüne Soße“ und „Frankfurter Grie Soß‘“ als „geografische Angabe“ geschützt.

Zur Kräutermischung: Wird eine Kräutermischung  als „Frankfurter Grüne Soße“ bezeichnet, sind die sieben Kräuterarten (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch) festgelegt. Es gibt jedoch keine Vorgaben für Produkte mit der Bezeichnung „Grüne Soße“, der Anbieter kann eine beliebige Kräutermischung zusammenstellen. Die Rezepturen unterscheiden sich übrigens auch von Region zu Region.

Zur Herkunft der Kräuter: Das EU-weit einheitliche Siegel zur geografischen Angabe verspricht, dass mindestens eine der Produktionsstufen – Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – im genannten geografischen Gebiet stattfinden muss. Die Kräuter der „Frankfurter Grünen Soße sollten aus Frankfurt oder den angrenzenden Gemeinden stammen. Das Gebiet ist rechtlich genau definiert. Eine Ausnahme gilt für die Petersilie, die temporär, zum Beispiel bei Ernteausfällen, auch aus anderen Gebieten stammen kann. Für „Grüne Soße“ existiert eine solche Vorgabe zur Herkunft nicht.

Es lohnt sich gerade bei Grüner Soße daher, genau aufs Etikett zu schauen. Auch im Frankfurter Raum wird je nach Verfügbarkeit der Kräuter zum Teil „Frankfurter Grüne Soße“, zum Teil aber auch einfach „Grüne Soße“ verkauft.

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Letzte Änderung 
4. April 2018