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Gummihasen mit Zuckeraustauschstoff

Laut der Aufschrift dürfte man nur ganz wenig davon naschen?!

Gummihäschen mit Zuckerautauschstoff

Frage

Ich habe zuckerfreie Fruchtgummihäschen gekauft – natürlich enthalten sie einen Zuckeraustauschstoff. Hier ist als erste und Hauptzutat das Süßungsmittel Maltitsirup enthalten. Hinten wie vorn auf der Verpackung ist eine grüne Kennzeichnung, die besagt "Naschen in Maßen. Kann bei übermäßigem Verzehr (ab ca. 5 Häschen) abführend wirken". Wenn man davon ausgeht, dass auch Kinder gern beherzt bei Süßigkeiten zugreifen, kann das schnell dazu führen, dass sie – oder die Person, die einfach nicht daran gedacht hat – Bauchschmerzen und schlimmen Durchfall bekommen. Mein Anliegen wäre das Süßungsmittel zu reduzieren, sodass nicht schon nach fünf Häschen ein abführender Effekt eintreten kann.

Antwort

Wir können nachvollziehen, dass Sie die Angabe von fünf Häschen als „übermäßigen Verzehr“ für zu gering halten. Rechtlich ist die Kennzeichnung allerdings vermutlich nicht zu beanstanden.

Laut EU-Lebensmittelinformationsverordnung müssen Lebensmittel, die mehr als zehn Prozent Zuckeraustauschstoffe enthalten, den Warnhinweis tragen „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“. Neben Maltit gehört der Hinweis beispielsweise auch auf Lebensmittel mit Xylit, Sorbit oder Isomalt. In dem von Ihnen geschilderten Fall nennt der Hersteller zusätzlich eine Menge, ab der eine abführende Wirkung eintreten kann. Im Hinblick auf die Kennzeichnung erfüllt er die Rechtsvorschriften.

Dennoch teilen wir Ihre Kritik: Der Hinweis des Herstellers lautet „Naschen in Maßen. Kann bei übermäßigem Verzehr (ab ca. 5 Häschen) abführend wirken". Zwar raten die Verbraucherzentralen grundsätzlich, dass Kinder – und Erwachsene – nur in Maßen naschen sollten. Auch aus unserer Sicht sind fünf Fruchtgummis aber für die meisten Menschen eine durchaus übliche Menge. Der Hinweis auf eine abführende Wirkung, die bereits bei dieser Anzahl auftreten kann, ist zwar einerseits sinnvoll, andererseits zieht sich der Hersteller damit aus der Verantwortung. Unserer Auffassung nach müssen Rezepturen für Lebensmittel sicherstellen, dass diese bei gesunden Menschen in einer realistischen Verzehrsmenge grundsätzlich keine Verdauungsprobleme hervorrufen.

 

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Letzte Änderung 
21. September 2017