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Isoglukose

Wie muss sie in der Zutatenliste gekennzeichnet werden?

Frage

Ich habe eine Frage zum Thema Isoglukose. Das ist ein Zuckersirup, der seit 1.10. von der EU hier zugelassen wurde, der aber in seinen gesundheitlichen Auswirkungen sehr schädlich ist. Extreme Fettleibigkeit. Zucker, Diabetes, Leber und sehr viele Funktionsstörungen sind die Folge. Die amerikanische Dickleibgesellschaft ist nachweislich die Folge davon. Meine spezielle Frage ist: „Wird diese Zuckerart auf den Lebensmitteln ausgewiesen“? Muss er ausgewiesen werden?

Antwort

Bis zum 30. September galt die EU-weite Zuckerquote. Die Zuckerproduktion innerhalb der EU war bisher limitiert. Maximal 85 Prozent der Zuckerproduktion durften aus der EU stammen, der restliche Bedarf wurde durch Importe, vor allem aus Entwicklungsländern gedeckt. Der Anteil an Isoglukose durfte bislang maximal 5 Prozent am EU-Zuckermarkt ausmachen. Landwirte erhielten für Zuckerrüben einen Mindestpreis.

Seit dem 1. Oktober 2017 gibt es keine EU-weite Zuckerquote mehr. Damit fielen auch die Handelsbeschränkungen für Isoglukose.

Isoglukose ist ein Süßungsmittel, das aus einem Gemisch der Einfachzucker Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) besteht. Üblicherweise wird Isoglukose aus Mais- oder Weizenstärke hergestellt. Das Mengenverhältnis der beiden Zucker kann je nach Bedarf eingestellt werden. Die Stärke wird dazu enzymatisch in Glucose gespalten und anschließend zum vorgesehenen Teil in Fruktose umgewandelt. Je nachdem, welcher Zuckeranteil überwiegt, spricht man auch von Fruktose-Glukose-Sirup oder Glukose-Fruktose-Sirup. Je höher der Fruktoseanteil, desto höher die Süßkraft. In Deutschland wird vor allem Glukose-Fruktose-Sirup mit einem Fruktose-Anteil von 8-30 Prozent in Lebensmitteln eingesetzt. In vielen Lebensmitteln können Haushaltszucker und Glukose-Fruktose-Sirup ausgetauscht werden, ohne dass sich der Geschmack verändert. Die funktionellen Eigenschaften des Glukose-Fruktose-Sirup (leichte Mischbarkeit, temperaturstabil, kristallisiert nicht so schnell aus, Einfluss auf Farbe und Textur) könnten den Austausch vorantreiben. Üblicherweise wird der Sirup schon jetzt in Süßwaren, Getränken, Fruchtaufstrichen, Backwaren, Getreide- und Milchprodukten, Feinkostprodukten sowie Obst- und Gemüsekonserven eingesetzt.

Auch der „normale“ Haushaltszucker, die Saccharose, besteht aus Fruktose und Glukose. Es handelt sich um einen sogenannten „Zweifachzucker“, da Fruktose und Glukose aneinander gebunden sind. Daher ist das Glukose-Fruktose-Verhältnis des Haushaltszuckers immer 1:1 und die Süßkraft immer gleich. Saccharose wird aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen.

Isoglukose ist wegen seines hohen Gehalts an Fruchtzucker umstritten. Neben Isoglukose bestehen auch Honig und Invertzucker aus den Einfachzuckern Glukose und Fruktose. Die Aufnahme aus dem Darm ist ähnlich schnell wie bei Saccharose als Zweifachzucker. Der daraus folgende Blutzuckerspiegelanstieg ist vergleichbar. Für die Verwertung im Körper macht es keinen Unterschied, aus welcher Quelle er Fruktose und Glukose aufnimmt. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft schadet Isoglukose der Gesundheit des Menschen nicht mehr als andere zugesetzte Zucker (Saccharose). Die täglich zugeführte Zuckermenge ist entscheidend für die Gesundheit. Daher gilt für alle Zucker: Ein gesundes Maß ist wichtig.

Welche süßende Zutat für ein Lebensmittel verwendet wurde, erkennt man in der Zutatenliste. Der Begriff „Zucker“ wird im Zutatenverzeichnis nur für Saccharose verwendet. Andere Zuckerarten werden als solche aufgeführt, zum Beispiel „Milchzucker“ oder „Fruchtzucker“. Außerdem tragen Zutaten wie Honig, Glukosesirup, Ahornsirup und viele andere zum Zuckergehalt eines Lebensmittels bei.

Der Begriff „Isoglukose“ wird in der Zutatenliste nicht verwendet. Wenn die Trockenmasse eines Glukosesirups mehr als 5 Prozent Fruktose ausmacht, ist dieser als Glukose-Fruktose-Sirup zu bezeichnen. Überwiegt der Fruktoseanteil handelt es sich um einen Fruktose-Glukose-Sirup. Geregelt ist dies in der Zuckerartenverordnung.

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Letzte Änderung 
29. November 2017

Kommentare

Leider täuscht der Name Isoglucose alle, die auf Fructose verzichten müssen oder möchten.
Für Menschen mit Fructoseintoleranz ist die Verwertung eben nicht identisch. Der Begriff Isoglucose ist deshalb problematisch. Ich hätte mich fälschlich auf der sicheren Seite gewähnt. Nun kommt Isoglucose in die Liste der für mich verbotenen Zutaten.
Appell: Isoglucose nicht als gesetzliche Bezeichnung verwenden, sondern Glc-Fru-Sirup bzw. Fru-Glc-Sirup!


@ F. Petit : genau lesen hilft. Nicht nur auf der Verpackung, sondern auch den Bericht oben. Hier ist klar angegeben, dass Isoglucose NICHT in den Zutatenlisten steht, sondern Glucose-Fructose-Sirup, bzw. Fructose-Glucose-Sirup