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Kennzeichnung von Vitamintabletten

Darf der Tagesbedarf bei Vitamintabletten mit 5 Mikrogramm Vitamin D angegeben werden, obwohl er laut DGE 20 Mikrogramm beträgt?

Vitamin D
© andriano_cz - Fotolia.com

Frage:

In verschiedenen Drogerien werden Multivitamintabletten verkauft, bei denen der Gehalt an Vitamin D3 mit 5 Mikrogramm pro Tablette angegeben wird. Es wird behauptet, dies entspreche 100 Prozent des Tagesbedarfs. Das ist falsch. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat im Jahr 2012 den erforderlichen Tagesbedarf auf das Vierfache angehoben, also auf 20 Mikrogramm, da in der Bevölkerung eine Unterversorgung an Vitamin D verbreitet ist. Der Verbraucher wiegt sich also in trügerischer Sicherheit, wenn er diese Tabletten konsumiert. Meiner Meinung nach sollte jetzt nicht einfach nur das Etikett, sondern die Zusammensetzung des Produkts verbessert werden.

Antwort:

Es ist richtig, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) den Schätzwert für eine angemessene Vitamin-D-Zufuhr für Erwachsene auf 20 Mikrogramm pro Tag angehoben hat.

Dennoch gelten für die Kennzeichnung von Nahrungsergänzungsmitteln die Referenzwerte, die EU-weit im Lebensmittelrecht geregelt sind. Sie werden für Vitamin D nach wie vor mit 5 Mikrogramm pro Tag angegeben. Insofern ist die Kennzeichnung lebensmittelrechtlich korrekt. Hersteller sind daran gebunden – sie dürfen keine anderen Referenzwerte verwenden.

Wir stimmen Ihnen zu, dass diese unterschiedlichen Referenzwerte für Verbraucher verwirrend sind. Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung weichen in mehreren Fällen von den Werten des EU-Lebensmittelrechts ab, beispielsweise auch bei Kalzium und Vitamin C.

Im Fall von Vitamin D ist die Abweichung besonders deutlich. So bezieht sich die DGE bei ihrer Empfehlung auf den Fall, dass kein Vitamin D endogen, also im Körper, gebildet wird. Für die meisten Menschen gilt allerdings, dass sie – zumindest im Sommer – eine nennenswerte Menge an Vitamin D in der Haut bilden.

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Letzte Änderung 
27. Juli 2016

Kommentare

Es sollte bei Lebensmitteln mit zugesetzten synthetischen Vitaminen unbedingt Warnungen über die schädigenden Wirkungen und Informationen über alternative natürliche Methoden ausgesprochen werden.
Somit kann eine geringere angegebene Dosis zu weniger Schädigung führen.