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Mehrwertige Alkohole

Mehrwertige Alkohole: Dürfen kleine Kinder Kekse mit mehrwertigen Alkoholen (ca. 14%) essen?

Antwort

Bei den mehrwertigen Alkoholen handelt es sich nicht um Trinkalkohol, also Ethylalkohol, der in Spirituosen und anderen alkoholhaltigen Getränken vorkommt. Sie haben nicht die Wirkungen von Alkohol und sind sowohl für Kinder als auch für trockene Alkoholiker unbedenklich.  

Mehrwertige Alkohole oder auch „Zuckeraustauschstoffe“, „Zuckeralkohole“ oder „Polyole“ gehören zur Gruppe der Kohlenhydrate, sind aber keine Zucker. Ihr Gehalt in einem Lebensmittel kann freiwillig in der Nährwerttabelle, zusätzlich zum Zucker, als Untergruppe der Kohlenhydrate mit der Angabe „davon mehrwertige Alkohole“ aufgelistet werden.

Zu den Zuckeralkoholen, die in Lebensmitteln verwendet werden, gehören:
Sorbit (E 420)
Mannit (E 421)
Isomalt (E 953)
Maltit (E 965)
Lactit (E 966)
Xylit  (E 967)
Erythrit (E 968)

Von herkömmlichen Zuckern unterscheiden sich die Zuckeralkohole in ihrer chemischen Struktur. Daher werden sie im Körper anders verarbeitet. Sie wirken kaum oder gar nicht Karies-fördernd, haben nur einen geringen oder keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und liefern mit durchschnittlich 2,4 Kilokalorien pro Gramm weniger Kalorien als Zucker (eine Ausnahme bildet hier Erythrit mit 0 Kilokalorien pro Gramm). Bis auf Xylit und Erythrit schmecken sie für uns deutlich weniger süß als Haushaltszucker.

Einige Zuckeralkohole, wie Sorbit, Xylit und Erythrit kommen natürlicherweise, überwiegend in Obst und Gemüsen, vor. Die Gewinnung in industriellem Maßstab erfolgt aber aus anderen Rohstoffen, wie Getreidestärke,  durch Fermentation und/oder mit chemischen und physikalischen Verfahren. Zuckeralkohole zählen zu den Zusatzstoffen. Sie müssen mit der Angabe „Süßungsmittel“ und ihrem Namen oder der E-Nummer im Zutatenverzeichnis stehen. Sie werden vor allem in energiereduzierten oder zuckerfreien Lebensmitteln wie Konfitüren, Desserts, Backwaren, Süßigkeiten oder Kaugummis als Süßungsmittel verwendet. Einige dienen jedoch auch als Feuchthalte- oder Trennmittel und werden dann als solche im Zutatenverzeichnis gekennzeichnet.

In großen Mengen können Zuckeraustauschstoffe abführend wirken. Deshalb müssen Lebensmittel, denen mehr als 10 Prozent mehrwertige Alkohole zugesetzt wurden, den Hinweis „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ tragen.

Die Verträglichkeit von Zuckeraustauschstoffen ist individuell unterschiedlich. Kinder, vor allem kleine Kinder, können empfindlicher als Erwachsene reagieren. Eine dem Trinkalkohol ähnliche Wirkung haben Zuckeralkohole jedoch nicht.

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Letzte Änderung 
18. April 2017