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"Nach altem Originalrezept"

"Nach altem Originalrezept" – was kann ich als Käufer erwarten?

© mopsgrafik - Fotolia.com

Frage

Was genau darf ich eigentlich bei Produkten "nach altem Originalrezept" erwarten?
Konkretes Beispiel "Feiner Nürnberger Christstollen nach altem Originalrezept". Ich denke bei dem "alten" Rezept an "Oma", die aber bestimmt keine Zutaten verwendete, wie sie in der Zutatenliste stehen: "Palmfett, z.T. gehärtet, Fruktosesirup, Glukose-Fruktosesirup, Emulgator: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, Aromen, ...".

Antwort

Begriffe wie „alt“, „traditionell“ oder „Originalrezept“ sind rechtlich nicht definiert. Sie können jedoch je nach Verwendung als Hinweis auf eine besondere Qualität verstanden werden. Entsprechend der EU-Lebensmittelinformationsverordnung dürfen Informationen auf Lebensmitteln nicht täuschend sein. Dazu gehören auch Angaben in Bezug auf die Eigenschaften eines Lebensmittels sowie die Herstellung oder Erzeugung.

Hinweise auf eine traditionelle Herstellung oder ein altes Hausrezept dürfen keine leeren Werbeaussagen sein. Nach unserer Auffassung können Angaben wie „nach altem Originalrezept“ oder „traditionell hergestellt“ Käufer täuschen, wenn Verfahren und/oder Zutaten verwendet werden, die typisch für die heutige industrielle Lebensmittelproduktion sind und früher noch nicht zur Verfügung standen. Wenn in diesem Zusammenhang eine Jahreszahl genannt ist, lässt sich leichter nachvollziehen, ob zu dieser Zeit beispielsweise bestimmte Zusatzstoffe bereits im Einsatz waren.

Lautet die Werbung „wie selbst gekocht“ oder verweist auf Rezepte von Hausfrau oder Großmutter, so dürfen nach Auffassung der Verbraucherzentrale nur Zutaten verwendet werden, die bei der herkömmlichen Zubereitung im Familienhaushalt üblich sind. Schon Zutaten wie Glukose-Fruktosesirup gehören unserer Ansicht nach nicht dazu. Vor allem aber sind die meisten Zusatzstoffe nicht haushaltsüblich.

Ob die Angaben auf einem Lebensmittel irreführend sind, kann jedoch nur im Einzelfall unter Betrachtung der gesamten Kennzeichnung und Aufmachung durch ein Gericht entschieden werden.

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Letzte Änderung 
29. Juni 2017