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Nährwertkennzeichnung: "Kohlenhydrate, davon Zucker“

Frage

Uns ist bekannt, dass laut Lebensmittelinformationsverordnung unter der Angabe "davon Zucker" alle Mono- und Disaccharide (Einfach- und Zweifachzucker), egal ob diese zugesetzt oder von Natur aus enthalten sind, zu deklarieren sind. Können Sie mir bitte am Beispiel von Gummibären erläutern, welche der Zutaten konkret zu den Mono- und Disacchariden (davon Zucker) zählen? Zutatenliste: Glukosesirup, Zucker, Gelatine, Dextrose, Säuerungsmittel […], Fruchtzubereitung (Cassis, Citrone, Orange, Kiwi, Apfel), Aroma, Überzugsmittel […], Karamellsirup. Nährwertangaben: Kohlenhydrate 77 g, davon Zucker 46 g. Wie sehr ist dem Verbraucher mit so einer Kennzeichnung geholfen? In diesem Fall könnte der Gedanke entstehen, dass in den zu 77 % aus Kohlenhydraten (Mono-, Di- und Polysacchariden) bestehenden Gummibären nur ein 46%iger Zuckeranteil enthalten wäre.

Antwort

Wie Sie ganz richtig schreiben, gibt die Angabe „davon Zucker“ bei der Nährwertkennzeichnung die Menge der Einfach- und Zweifachzucker (Mono- und Disaccharide) eines Produktes an. Es ist die Gesamtheit aller Zucker, die sich in den einzelnen Zutaten eines Lebensmittels befinden.

In Ihrem Beispiel tragen folgende Zutaten zum Zuckergehalt bei: Glukosesirup, Zucker, Dextrose, Fruchtzubereitung und Karamellsirup. Das heißt jedoch nicht, dass diese Zutaten ausschließlich aus Zucker bestehen.

Die Fruchtzubereitung kann beispielsweise geringe Mengen Kohlenhydrate mit mehr als zwei Zuckereinheiten (Mehrfachzucker) enthalten. Diese gelten lebensmittelrechtlich nicht als „Zucker“. Sie schmecken auch nicht süß. Stärke ist ein typischer Vertreter für diese Kohlenhydrate.

Der größte Anteil an Kohlenhydraten, die nicht als „Zucker“ angerechnet werden, ist jedoch im Glukosesirup enthalten. Er wird aus Stärke hergestellt, die durch Enzyme in Kohlenhydrate mit unterschiedlich vielen Zuckereinheiten abgebaut wird. Neben Ein- und Zweifachzucker fallen dabei auch je nach Erzeugnis unterschiedliche Mengen Mehrfachzucker an.

Ihr Produkt hat also tatsächlich einen Zuckeranteil von 46 Prozent.

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Letzte Änderung 
5. April 2017

Kommentare

Hallo!
Gibt es nicht eine "Zuckerarten-VO"?
Eigentlich müßten doch auch die "Zuckerarten" aufgeführt sein?
Bei Teigwaren, Backwaren, Süsswaren,etc.
Gruß Markus


Sie haben recht, die Zuckerartenverordnung definiert verschiedene Zuckerarten, wie zum Beispiel Zucker, Glukosesirup, Fruktose und Dextrose. Sie gibt vor, wie diese hergestellt und zusammengesetzt sein müssen, wenn sie einem Lebensmittel zugesetzt werden. Allerdings bezieht sich die Verordnung nur auf isolierte Zucker. Werden diese als Zutat verwendet, stehen sie auch mit der festgelegten Bezeichnung in der Zutatenliste, beispielsweise als "Glukosesirup".

Wie in dem Text beschrieben, enthalten auch natürliche Zutaten wie Früchte oder Fruchtzubereitungen Ein- oder Zweifachzucker. Diese werden in der Nährwertkennzeichnung mitberechnet, sind aber in der Zutatenliste als Zuckerlieferanten nicht explizit genannt. So muss man beispielsweise wissen, dass Früchte verschiedene Zucker, unter anderem Fruchtzucker, enthalten.