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Preisangaben bei Backwaren

Brötchen wiegen unterschiedlich viel, kosten aber das Selbe. Ist das erlaubt?

Korb mit Brötchen
Korb mit Brötchen © Ferenc - Fotolia.com

Frage

Immer öfter fühle ich mich in Bäckereien bzw. Backshops betrogen. Ein Brötchen wiegt 42 Gramm und ein anderes, der gleichen Sorte, 55 Gramm. Beide kosten jedoch 35 Cent. Wenn ich ein halbes Brot kaufe bekomme ich mal 420 Gramm und mal 580 Gramm. Zahlen muss ich immer das Gleiche. Natürlich könnte man sagen „das gleicht sich immer wieder aus“, finde ich aber nicht korrekt.

Bei allen anderen Lebensmitteln gibt es einen Referenz-Preis pro Kilogramm, beziehungsweise Liter. Wie soll ich einen Brötchenpreis vergleichen?

Des Weiteren sind nach meinem Gefühl die Brötchen etwas leichter und teurer geworden, die Größe ist geblieben,

Warum kann man bei uns keine Backwaren ganz gerecht nach Gewicht verkaufen, wie in einigen anderen europäischen Ländern. Auch in den Ländern, in denen die Produkte gewogen werden, habe ich keine längeren Einkaufszeiten erlebt und der Kunde bezahlt genau für das was er auch bekommt.

 

Antwort

Die Gewichtsangaben beim Verkauf von unverpacktem Brot und Brötchen sind in der deutschen Fertigpackungsverordnung geregelt. Diese besagt, dass nur für Brote mit einem Gewicht von mehr als 250 Gramm das Gewicht angegeben werden muss. Ausgenommen davon sind Brotlaibe, die einzeln hergestellt werden und nicht nach gleichem Gewicht.

 

Die Gewichtsangabe bei Broten bezieht sich auf den Zeitpunkt eine Stunde nach Backofenentnahme. Werden beispielsweise 500 Gramm-Brote gebacken, dürfen diese im Mittel das sogenannte „Nenngewicht“ nicht unterschreiten. Kleinere Gewichtsunterschiede zwischen den einzelnen Broten sind aber möglich.

 

Zum Zeitpunkt des Verkaufs gelten dann bestimmte Toleranzgrenzen. So darf ein 500 Gramm-Brot maximal 6 Prozent (30 Gramm) weniger wiegen. Es darf also nicht, wie in Ihrem Beispiel, nur 420 Gramm auf die Waage bringen. Sollten Ihnen beim Kauf solche großen Gewichtsunterschreitungen auffallen, können Sie sich an Ihr Eichamt vor Ort wenden (s. Link), denn Achtung: Ihre Küchenwaage bietet nur eine grobe Schätzung – ob es sich wirklich um Gewichtsunterschreitungen handelt, muss die Behörde feststellen.

 

Brötchen, Brezeln und andere Kleingebäcke dagegen werden nach Stückpreis verkauft und eine Gewichtsangabe ist nicht vorgeschrieben. Dies hat sich vermutlich mit der Zeit so „eingebürgert“ und entspricht damit der „allgemeinen Verkehrsauffassung“. Die Rechtslage befindet sich jedoch in einem ständigen Wandel und unter Umständen kann sich diese Regelung längerfristig ändern, wenn sich beispielsweise Fragen aus der Bevölkerung zu diesem Thema häufen.

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Letzte Änderung 
24. Januar 2018

Kommentare

In solch einem Fall sollte der Kunde nur noch Industrieprodukte konsumieren. Allein hier ist durch komplett automatisierte und optimierte Prozesse davon auszugehen, dass TK-Teiglinge immer identisch sind. Das ist viel besser als beim handwerklichen Bäcker...
Und wenn wir nach dem Backprozess die Ware in Folie einschweißen, dann haben wir nicht mal mehr einen Verlust durch Verdunstung...

Obst wird z.T. auch pro Stück verkauft. Soweit ich weiß schafft Mutter Natur es nicht die exakten Grammaturen einzuhalten...


Was für ein pingeliger Korinthenkacker und Sichselbstdaslebenschwermacher wiegt denn bitte Brötchen nach??
Man bezahlt - das darf man nicht vergessen - beim Bäcker um die Ecke ja auch für das Handwerk und der Aufwand ändert sich nicht.
Was haben die Menschen denn immer mit dem Preis von Lebensmitteln? Alles soll billig und genormt sein, gleichzietig aber keine Zusatzstoffe enthalten und beste Qualität. Das geht nunmal nicht.
Wo er schon andere Länder anführt: In den meisten anderen Ländern bezahlt man wesentlich mehr für Lebensmittel als bei uns. Dann können staatliche Subventionen wegfallen oder eben die Qualität besser werden.
Selber backen ist übrigens auch nicht so schwer.

Ich habe einen Themenvorschlag für demnächst: Preisbewusstsein - was sind die Deutschen bereit zu zahlen und was erwarten sie dafür? Wie meinen sie, diese Erwartungen rechtfertigen zu können? SInd sie mit bestimmten Lebensmitteln im Bezug auf deren Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden?

Und noch ein Vorschlag: Klar gibt es solche Leute. Aber vielleicht sollte Ihre Seite nicht alles "abdrucken", was so an Sie herangetragen wird. Das stachelt die Leute doch nur an.