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Veränderte Rezepturen von Lebensmitteln

Sollten sie nicht immer deutlich gemacht werden?

Frage

Es ist mir schon öfter passiert, dass ich Lebensmittel kaufe, die wir ursprünglich als unbedenklich eingestuft hatten und sich dann irgendwann herausstellt – wenn man sich mal wieder die Liste der Zutaten genauer anschaut, dass der Hersteller klammheimlich die Rezeptur geändert hat und jetzt einen geringer wertigen Zusatz verwendet. Zum Beispiel ein Brotaufstrich enthält jetzt Sonnenblumenöl statt ursprünglich Olivenöl. Wir sind der Meinung, dass eine Rezepturänderung eine bestimmte Zeit lang vorn auf dem Etikett aufgebracht werden muss. Auf der Zutatenliste sollten dann die neuen Zutaten extra gekennzeichnet werden.

Antwort

Vielen Dank für Ihre Anregung. Wir können Ihren Wunsch nach einer besseren Kennzeichnung bei Rezepturänderungen sehr gut nachvollziehen. Tatsächlich sind Rezepturänderungen keine Seltenheit. Hersteller passen ihre Produkte immer wieder an, beispielsweise an veränderte Gesetzgebungen, um Kosten zu sparen, an veränderte Rohstoffangebote und -preise aber auch an Kundenwünsche und -kritik. Gekennzeichnet werden müssen solche Änderungen nicht und es ist auch nicht absehbar, dass sich dies in naher Zukunft ändern wird.

Stattdessen ist verstärkte Aufmerksamkeit geboten, wenn Hersteller freiwillig mit einer „neuen Rezeptur“ werben. Zum einen wird häufig gleichzeitig die Verpackung verkleinert, während der Preis unverändert bleibt. Bei Werbeaussagen zu einer veränderten Rezeptur empfiehlt sich daher immer auch ein Blick auf die Füllmenge, um eventuelle versteckte Preiserhöhungen aufzudecken.

Zum anderen ist die neue Rezeptur, wie Sie zu recht kritisiert haben, nicht immer hochwertiger, beispielsweise wenn der Anteil wertgebender Inhaltstoffe verringert wird, wie die Senkung des Eigehaltes im Eiersalat. Wir halten freiwillige Herstellerinformationen nur dann für sinnvoll, wenn die Anbieter sachlich über Rezepturänderungen informieren. Immer wieder werden aber angeblich „verbesserte Rezepturen“ beworben, die für Verbraucher nur schwer nachvollziehbar sind, denn zum Vergleich der Zutatenliste müsste man das alte und das neue Produkt vor Augen haben. Der Hinweis „neue“ oder „veränderte Rezeptur“ ist dann die neutralere Angabe. Wünschenswert wäre auch, wenn die Neuerungen transparent dargestellt würden, beispielweise „jetzt mit Sonnenblumenöl“.

Markierungen innerhalb der Zutatenliste halten wir dagegen nicht für zielführend. In der Zutatenliste müssen bereits die kennzeichnungspflichtigen Allergene hervorgehoben werden. In manchen Produkten werden beispielsweise Zutaten aus biologischer Herstellung oder aus fairem Handel zusätzlich mit Sternchen versehen. Weitere Kennzeichnungen innerhalb des Zutatenverzeichnis würden vermutlich vor allem die Lesbarkeit und Verständlichkeit erschweren und wären unter Umständen nicht rechtskonform. 

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Letzte Änderung 
9. Januar 2018