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Wie ist der Proteinanteil in Nahrungsergänzungsmitteln zu kennzeichnen?

Gibt es hier eine Vorgabe?

Frage

Im Supermarkt und in Drogerien ist mir die unterschiedliche Kennzeichnung verschiedener Nahrungsergänzungsmittel aus dem Bereich Protein aufgefallen. Manche Hersteller werben auf ihrer Verpackung mit dem prozentualen Anteil, andere geben den Proteingehalt in Gramm an. Gibt es hier eine Vorgabe? Wie kann ich als Verbraucher vergleichen? Dies fällt sowohl im Bereich Riegel, als auch bei fertigen Shakes auf. Über eine Antwort, evtl. Quelle einer Verordnung, würde ich mich sehr freuen.

Antwort

Wie ein Produkt zu kennzeichnen ist, hängt davon ab, ob es im Handel als „normales“ Lebensmittel oder als Nahrungsergänzungsmittel geführt wird.

Gemäß Definition sind Nahrungsergänzungsmittel Lebensmittel, die

  • dazu bestimmt sind, die allgemeine Ernährung zu ergänzen
  • als Konzentrate von Nährstoffen […]
  • in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen und anderen ähnlichen Darreichungsformen […] und zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen

in den Verkehr gebracht werden.

Kennzeichnung als Lebensmittel

Viele Proteinriegel, Getränkepulver und fertige Shakes, beispielsweise auf Basis von Milch- oder Sojaprotein, werden als „normale“ Lebensmittel in den Handel gebracht.

Als solche müssen sie entsprechend der EU-Lebensmittelinformationsverordnung gekennzeichnet werden. Das heißt, die Nährwertangaben sind auf 100 Gramm oder 100 Milliliter zu beziehen.

Kennzeichnung als Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel werden zum Beispiel als Tabletten, Pulverbeutel oder Flüssigampullen angeboten. Deren Kennzeichnung ist in der Nahrungsergänzungsmittelverordnung festgelegt.

Nahrungsergänzungsmittel zählen zwar als Lebensmittel, sie müssen allerdings bei der Kennzeichnung zusätzliche Anforderungen erfüllen. Die Nährwertkennzeichnung weicht zudem etwas von der Kennzeichnung herkömmlicher Lebensmittel ab.

Laut Nahrungsergänzungsmittelverordnung sind die Mengen der Nährstoffe oder sonstigen Stoffe mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung – in dem von Ihnen genannten Fall zum Beispiel das Eiweiß – bezogen auf die tägliche Verzehrsmenge anzugeben (zum Beispiel 30 g pro Tagesmenge). Für Vitamine und Mineralstoffe ist zusätzlich die Angabe der Menge als Prozentsatz der empfohlenen Tagesdosis Pflicht.

Das Etikett muss neben den sonst üblichen Angaben eine „täglich empfohlene Verzehrsmenge“ in Portionen des Produkts beinhalten sowie den Hinweis, dass diese nicht überschritten werden darf. Auch der Satz „Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine vollwertige Ernährung“ ist vorgeschrieben.

Generell gilt: Nahrungsergänzungsmittel sollten nur in bestimmten Lebenssituationen und nur in der empfohlenen Dosierung eingenommen werden.

Wir stimmen Ihnen zu, dass es für Verbraucher ist es schwierig ist, den Eiweißanteil zwischen einem herkömmlichen Lebensmittel und einem Nahrungsergänzungsmittel direkt zu vergleichen. Die spezielle Kennzeichnung von Nahrungsergänzungsmitteln ist dennoch in der Regel sinnvoll. Bei Vitamintabletten würde es beispielsweise keinen Sinn machen, den Vitamingehalt pro 100 Gramm anzugeben, denn hier ist der Vitamingehalt pro Tagesdosis, also zum Beispiel pro Tablette entscheidend.

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Letzte Änderung 
18. November 2016