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Würze und Gewürzmischung

Kann in Würze und Gewürzmischung Glutamat enthalten sein?

Frage

Seit Kurzem macht ein Würstchen-Hersteller TV-Werbung, dass die Produkte gänzlich ohne Geschmacksverstärker auskommen. In der Zutatenliste könnte jedoch unter dem Sammelbegriff „Gewürzmischung“ und "Würze (aus Milch)" Glutamat versteckt sein – man kennt so etwas ja mit der Zutat "Hefe Extrakt". Entspricht die Werbung der Wahrheit?

Antwort

Meist beschränken Hersteller ihre Werbung auf die Aussage „ohne den Zusatzstoff Geschmacksverstärker“. Die Produkte enthalten dann den Zusatzstoff – reines Glutamat – zwar nicht, häufig aber andere glutamatreiche Zutaten, die im rechtlichen Sinn keine Geschmacksverstärker sind. Dazu zählen neben Hefeextrakt auch Würzen.

Würzen werden durch chemische oder enzymatische Spaltung von Protein (Eiweiß) aus proteinhaltigen pflanzlichen Rohstoffen wie Raps, Mais, Weizen oder Soja oder aus Milch hergestellt. Würzen sind in flüssiger, pastenförmiger oder trockener Form erhältlich. Sie werden als Speisewürze, Suppenwürze oder – bei Herstellung aus Soja – als Sojasoße bezeichnet und sollen den Geschmack von Suppen, Fleischbrühen und anderen Lebensmitteln beeinflussen.
Da die eiweißreichen Rohstoffe hohe Gehalte an proteingebundener Glutaminsäure aufweisen, entstehen bei der Herstellung von Würzen geschmacksverstärkend wirkende Glutamate.

Gewürzmischungen sind dagegen Mischungen, die ausschließlich aus Gewürzen, also aus Pflanzenteilen wie Blüten, Früchten, Rinden, Wurzeln und Samen bestimmter Gewürzpflanzen, bestehen.

Nach Auffassung der Verbraucherzentralen sollten Hersteller ihre Produkte nicht mit der Aussage „ohne den Zusatzstoff Geschmacksverstärker“ bewerben, wenn diese glutamatreiche Zutaten wie Hefeextrakt und Würze enthalten.

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Letzte Änderung 
27. Februar 2013