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Lebensmittelbestrahlung: Was, wie und wozu bestrahlt wird und wie der Käufer davon erfährt

Gewürze mit Radura-Symbol für Bestrahlung
© bit24 - Fotolia.com

Um Lebensmittel länger haltbar und keimfrei zu machen, dürfen sie bestrahlt werden.

Unter Lebensmittelbestrahlung versteht man die gezielte physikalische Behandlung von Lebensmitteln mit einer genau festgelegten Strahlendosis in speziellen Anlagen.

Dabei kommt die so genannte „ionisierende Strahlung“ zum Einsatz:

eine energiereichen Strahlung, die Elektronen aus den Elektronenhüllen der Atome und Moleküle der Lebensmittelinhaltsstoffe herausstoßen kann, so dass „Ionen“ entstehen.

Radioaktiv werden die Lebensmittel durch die Bestrahlung nicht. Zudem nehmen sie durch Bestrahlung nur wenig Energie auf, sodass sie sich nur geringfügig erwärmen. Das Bestrahlungsverfahren heißt deshalb auch "cold pasteurization" – kalte Pasteurisation – also eine Haltbarmachung ohne Erhitzen.

Die Bestrahlung von Lebensmitteln kann beispielsweise verhindern, dass Zwiebeln, Kartoffeln oder Knoblauch keimen, sie verringert die Anzahl von Keimen auf Lebensmitteln (z.B. Salmonellen auf Geflügel), verzögert die Reifung von Obst und Gemüse und tötet Insekten ab, die Getreide, Trockenobst, Gemüse oder Nüsse befallen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft die Bestrahlung von Lebensmitteln als unbedenklich ein. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

Diese Lebensmittel dürfen bestrahlt werden

Die Bestrahlung von Lebensmitteln ist in vielen Ländern der EU für  verschiedene Produkte, zum Beispiel für Kräuter, Gewürze, Krustentiere, Schweinefleisch und Hühnerfleisch, zugelassen.

In Deutschland dürfen bisher allerdings nur getrocknete Gewürze und Kräuter bestrahlt und verkauft werden. Außerdem sind seit 2006 bestrahlte Froschschenkel zur Vermarktung in Deutschland freigegeben.

In der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft ist die Bestrahlung von Nahrungsmitteln mit ionisierenden Strahlen nicht erlaubt.

Bestrahlung ist erkennbar

Alle Lebensmittel und Lebensmittelzutaten, die bestrahlt wurden, müssen mit dem Hinweis "bestrahlt" oder "mit ionisierenden Strahlen behandelt" gekennzeichnet werden. Das gilt sowohl für lose als auch für verpackte oder weiterverarbeitete Produkte.

Die Kennzeichnung muss direkt in der Zutatenliste erfolgen, bei Speisekarten entweder neben dem Lebensmittel oder in einer Fußnote und bei lose angebotener Ware auf einem Schild neben der Verkehrsbezeichnung.

Das internationale "Radura"-Symbol (siehe Abbildung), das auf Bestrahlung hinweist, ist nicht vorgeschrieben.

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Letzte Änderung 
24. Oktober 2014