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MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei

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Siegel + Zeichen

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MSC ist die Abkürzung für Marine Stewardship Council. Der MSC ist eine internationale, gemeinnützige Einrichtung, die 1997 von der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) und dem Lebensmittelkonzern Unilever gegründet wurde. Angesichts der dramatischen Überfischung vieler Fischbestände wurden Standards für eine nachhaltige Fischerei entwickelt.

Inzwischen ist der MSC eine unabhängige Organisation, die weltweit über 300 Fischereien aus 36 Ländern zertifiziert hat. Das sind fast zehn Prozent der weltweiten Fangmenge. Weltweit sind 23.000 Produkte mit MSC-Siegel im Angebot, Deutschland ist mit 4630 Produkten der Spitzenreiter. Die Finanzierung erfolgt hauptsächlich über Lizenzgebühren für die Logonutzung.

Alle Fischereien, die Wildfisch aus Süß- und Salzwasser sowie Meeresfrüchte fangen, können sich nach dem MSC-Umweltstandard zertifizieren lassen.

Der MSC-Umweltstandard basiert nach eigenen Angaben auf folgenden drei Grundsätzen:

Prinzip 1: Schutz der Fischbestände

Die Fischerei stellt sicher, dass ausreichend Fisch für die Zukunft da ist. Entscheidend ist nicht nur die aktuelle Größe der Bestände, sondern auch beispielsweise die Altersstruktur und Geschlechterverteilung.

Prinzip 2: Minimale Auswirkungen auf das Ökosystem

Die Fischerei minimiert ihre Auswirkungen auf das Ökosystem und nimmt auf andere Fischarten, Meeressäuger und Wasservögel Rücksicht. Hier werden die Auswirkungen des Fanggerätes auf den Meeresboden oder der Beifang, also das unbeabsichtigte Fangen anderer Arten, betrachtet.

Prinzip 3: Verantwortungsvolles und effektives Management

Die Fischerei wird so geführt, dass sie angemessen und schnell auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren kann. Sie hält relevante lokale und nationale Gesetze ein und hält sich an internationale Vereinbarungen.

Die Zertifizierung findet durch eine Prüfstelle statt. Dabei werden die Fischereien nach so genannten Leistungsindikatoren bewertet und müssen gegebenenfalls regelmäßige, den Zertifizierungsprozess begleitende Fortschritte nachweisen. Die Zertifizierung gilt maximal fünf Jahre. Währenddessen finden jährliche Überprüfungen durch die Zertifizierungsstelle statt. Zudem ist der Zertifizierer auch zur Durchführung unangekündigter Betriebsbesuche berechtigt.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Das MSC-Siegel kann eine Einkaufshilfe für Verbraucher sein, denen Nachhaltigkeit beim Fischfang wichtig ist. Fast alle Supermärkte und Discounter bieten entsprechend gelabelte Produkte an, diese stehen inzwischen auch in Restaurants oder Kantinen auf der Speisekarte. Weitere Grundsätze und Kriterien des MSC für eine nachhaltige Fischerei sowie die aktuelle Bewertung von Fischereien und weitere Informationen stehen auf der Website MSC.

Unumstritten ist das Label allerdings nicht. So kritisiert die Umweltorganisation Greenpeace MSC unter anderem, weil die Standards zu schwach und unklar formuliert sind und diese für eine Zertifizierung nur zu 60 bis 80 Prozent erfüllt werden müssen. Dadurch sei es möglich, dass MSC-zertifizierte Fischereien ungesunde und ausgezehrte Bestände befischen und bedrohte Arten gefährden.

Das Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (Geomar) belegte in einer Studie, dass ein erheblicher Teil der untersuchten Fischbestände trotz langjähriger MSC-Zertifizierung überfischt ist oder sich an der Grenze zur Überfischung befindet.

Diese Kritik muss ernst genommen werden.

Aus Sicht der Verbraucherzentralen ist das MSC-Label jedoch ein Schritt in die richtige Richtung. Es hat dazu beigetragen, den nachhaltigen Fischfang zu fördern und als wichtiges Ziel in der Gesellschaft zu verankern.  

Grundsätzlich wäre jedoch ein einheitliches Siegel mit gesetzlich festgelegten Anforderungen an nachhaltig gefangenen beziehungsweise erzeugten Fisch und neutralen Kontrollen sinnvoll. Das würde die Kaufentscheidung für Verbraucher vereinfachen. Hier ist die Politik gefragt.

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Letzte Änderung 
11. Januar 2017

Kommentare

Ich finde es müsste mit der Fischerei schon viel weiter sein. Denn alle müssen ja ein Interesse an gutem Fisch haben und sich bemühen, dass es guten Fisch gibt. Ich nehme immer wieder das Beispiel von den Hühnern und den Eiern, da hat es auch funktioniert. Denn es gibt ja hoffentlich KEINE Käfighaltung mehr. So ähnlich stell ich mir das mit den Fischen vor. Aber das muss wohl der Verbraucher entscheiden.