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Was Bio-Honig von konventionellem Honig unterscheidet

Bienen
© duskojovic - fotolia.com

Bienen sammeln den Nektar für ihren Honig in der freien Natur. Dennoch lässt sich die Zusammensetzung des Honigs durch den Imker beeinflussen – zum Beispiel durch den Ort, an dem der er seine Bienenstöcke aufstellt. Für Bio-Honig gelten besondere Anforderungen sowohl an den Standort der Bienenhäuser als auch an die Haltungsbedingungen der Bienen. Diese sind in der EU-Öko-Verordnung sowie der EU-Öko-Durchführungsverordnung geregelt.

Im Drei-Kilometer-Umkreis überwiegend Bio- oder Wildpflanzen

Damit möglichst keine Pestizidspuren im Honig landen, müssen Imker die Bienenhäuser an einem Ort aufstellen, in dessen Umkreis von drei Kilometern überwiegend ökologische Kulturpflanzen oder Wildpflanzen blühen. Behörden können Orte oder Regionen festlegen, die zur Produktion von Bio-Honig nicht geeignet sind.

An der Drei-Kilometer-Grenze gab es in der Vergangenheit gelegentlich Kritik, da Bienen häufig weiter fliegen als drei Kilometer. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass die Bienen den Nektar auf konventionell bewirtschafteten Feldern sammeln und der Bio-Honig Pestizide oder gentechnisch veränderte Pollen enthält. Letzteres ist möglich bei Honig aus Ländern, bei denen der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verbreitet ist. Bei ausreichendem Blütenangebot innerhalb des Drei-Kilometer-Radius, sollte der Honig aber in erster Linie aus diesem Umfeld stammen.  

Weniger Mittel zur Schädlingsbekämpfung erlaubt

Ein Großteil der Vorgaben in der EU-Öko-Durchführungsverordnung betrifft die Haltungsbedingungen für Bienen. Neben der Drei-Kilometer-Grenze sind die wichtigsten Auflagen für ökologisch erzeugten Honig folgende:

  • Die Bienenkästen müssen aus natürlichen Materialien wie Lehm, Holz oder Stroh bestehen.
  • Das Bienenwachs für neue Mittelwände muss aus ökologischer Produktion stammen.
  • Die Fütterung der Bienen im Winter ist nur erlaubt, wenn das Überleben der Völker ansonsten gefährdet ist. Als Futter ist nur Honig oder Zuckerlösung in ökologischer Qualität erlaubt.  
  • Zur Vorsorge, Krankheitsbekämpfung und Schädlingsabwehr sind nur die in der Öko-Durchführungsverordnung genannten Mittel und Methoden gestattet.
  • Daneben dürfen in Bienenstöcken nur natürliche Produkte wie Propolis, Wachs und Pflanzenöle eingesetzt werden.
  • Waben, die Brut enthalten, dürfen nicht zur Honiggewinnung genutzt werden.
  • Das Beschneiden der Flügel der Bienenkönigin ist verboten.
Einschätzung der Verbraucherzentrale

Die ökologische Bienen-Haltung legt besonderen Wert auf naturnahe und umweltfreundliche Haltungsbedingungen. Für die Produktion von Bio-Honig kommen weniger Medikamente und künstliche Materialien zum Einsatz als bei konventionell erzeugtem Honig. Wie bei allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist auch bei Bio-Honig der Eintrag von Schadstoffspuren oder Pestiziden nicht ausgeschlossen.

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Letzte Änderung 
8. Juni 2017

Kommentare

Ein Imker erklärte mir mal, was die Bezeichnung auf den Etiketten hinten bedeutet: "...Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern..." -> die Nicht EU-Länder sind hauptsächlich die USA mit ihren riesigen Genmanipulierten und Glyphosatverseuchten Feldern - deren Honig will niemand, daher kommt dieser in riesigen Fässern zu uns und wird uns so "untergejubelt" - leider wird das hier im Artikel nur ganz schwach angedeutet