Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

BAGSO-Studie zeigt: Grundpreisangaben vielfach für Senioren nicht lesbar

Befragung durch die BAGSO zu Grundpreisangaben
BAGSO/Poblete

Laut Preisangabenverordnung müssen Grundpreisangaben „leicht erkennbar und deutlich lesbar oder sonst gut wahrnehmbar“ sein. Genaue Vorschriften darüber, wie eine Umsetzung dieser Vorgaben auszusehen hat, existieren nicht.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen BAGSO e.V. ermittelte deshalb mit einer Befragung, ob Grundpreisangaben für ältere Menschen gut lesbar sind.

Der Grundpreis ist der Preis pro Kilogramm oder Liter – oder bei kleinen Mengen pro 100 Gramm oder 100 Milliliter. Er dient zum Preisvergleich von Lebensmittelverpackungen mit unterschiedlicher Füllmenge.

Die Ergebnisse der BAGSO-Studie zeigen, dass ein Großteil der älteren Menschen die Grundpreisangaben beim Einkauf nutzt:

  • 76 % der Befragten achten immer oder oft auf den Grundpreis und die dazu gehörende Mengenangabe. Diejenigen, die dies angaben, wollen Preise vergleichen, oder/und sparen.
  • 87 % erklärten, dass sie mehr auf den Grundpreis achten würden, wenn dieser leichter erkennbar wäre.
  • Im Alltag sind der Grundpreis und die dazugehörige Mengenangabe aber für 50 % der Befragten selten oder nie leicht erkennbar und deutlich lesbar.

Modellregal zur Befragung

In einem Versuchsaufbau waren an Regalen mit Teepackungen verschiedene Preisschilder angebracht, deren Design sich an tatsächlich existierenden Beispielen im Einzelhandel orientierte. Die Befragten wurden gebeten sich die Preisschilder an den Regalen anzusehen und diese hinsichtlich ihrer Lesbarkeit und Erkennbarkeit zu bewerten.

Hier zeigte sich, dass die Schriftgröße für die Lesbarkeit entscheidend ist:

  • Eine Schrift von 8 Punkt (2 mm Buchstabenhöhe) war für fast alle Befragten (bis zu 75 %) auf allen Regalhöhen nicht leicht lesbar.
  • Bei einer größeren Schrift von 20 Punkt (5 mm) verbessert sich die Lesbarkeit sehr bedeutsam (bis zu 50 %).
  • Für einen Teil der Befragten war auch eine Schriftgröße von 20 Punkt nicht gut lesbar. Dies gilt besonders für die unteren Regalhöhen.  
  • Bei allen Preisschildvarianten konnten die oberste (in 200 cm Höhe) und die beiden unteren Regalebenen (in 80 cm und 40 cm Höhe) von weniger Personen gut erkannt werden als die Preisschildvarianten, die sich eher auf Augenhöhe befanden (in 160 cm und 120 cm Höhe).

Die Ergebnisse zeigen, dass eine Buchstabenhöhe von mehr als 5 mm erforderlich ist, um die Vorgaben der Preisangabenverordnung für ältere Menschen zu erfüllen. Je weiter die Regale von der Augenhöhe entfernt sind, umso größer sollten die Preisangaben sein.

Die Befragung wurde vom 2. bis 4. Juli 2015 im Rahmen der Messe SenNova durchgeführt. Insgesamt haben sich 362 Menschen an der Befragung beteiligt. Das Durchschnittsalter lag bei 63 Jahren.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.: BAGSO-Befragung zur Darstellung von Grundpreisangaben auf Preisschildern am Selbstbedienungsregal aus Verbrauchersicht, 2015

Letzte Änderung 
15. März 2016
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.