Skip to content Skip to navigation

Schriftgröße

-A +A

EuGH: Portionspackungen müssen zukünftig besser gekennzeichnet werden

Honig-Päckchen
© bellakadife - Fotolia.com

Kleine Portionspackungen finden sich vor allem an Frühstücksbuffets sowie in Kantinen und anderen Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung. Bislang tragen die Honig-, Konfitüren- oder Frischkäsetöpfchen in der Regel nur eine minimale Kennzeichnung. Dies wurde in der Vergangenheit nicht beanstandet.

Portionspackungen sind „vorverpackte Lebensmittel“

Nachdem die Stadt München die 20-Gramm-Becher eines Honig-Herstellers wegen unvollständiger Pflichtkennzeichnung bemängelt hatte, zog der Produzent vor Gericht. Im Mittelpunkt stand die Frage: Sind Portionspackungen als „vorverpackte Lebensmittel“ einzustufen, und müssen somit alle Angaben aufs Etikett, die die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) dafür vorschreibt?

Im Berufungsverfahren legte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Frage dem EuGH vor. Dieses entschied nun: Portionspackungen sind „vorverpackte Lebensmittel“, auch wenn sie nicht einzeln, sondern als Teil einer Mahlzeit verkauft oder an den Verbraucher abgegeben werden.

Bei Kleinverpackungen darf die Nährwertkennzeichnung fehlen

Welche Angaben im Einzelfall aufgedruckt werden müssen, hängt allerdings von der Größe der Verpackung ab. So müssen Produkte mit einer Oberfläche von mehr als 25 Quadratzentimetern die komplette Kennzeichnung tragen, inklusive der Nährwertkennzeichnung. Bei „Klein“-Verpackungen mit einer Oberfläche von weniger als 25 Quadratzentimetern hingegen darf die Nährwertkennzeichnung fehlen.

Weitere Ausnahmen gibt es für „Kleinst“-Verpackungen von weniger als zehn Quadratzentimetern Oberfläche: Hier genügt es laut LMIV, die Bezeichnung des Lebensmittels, die Nettofüllmenge, die Allergene sowie das Mindesthaltbarkeitsdatum aufzudrucken. Die Zutatenliste muss zudem „auf andere Art und Weise“ zur Verfügung gestellt werden – beispielsweise durch ein Schild. Weitere Hinweise wie die Nährwertdeklaration, der Lebensmittelunternehmer oder Aufbewahrungshinweise dürfen fehlen.

Mehr Information für Verbraucher

Aus Sicht von Lebensmittelklarheit führt die Entscheidung des EuGH zu einer verbesserten Information der Verbraucher. Allerdings handelt es sich bei Portionspackungen in der Regel um sehr kleine Verpackungen, bei denen wichtige Informationen trotzdem fehlen dürfen.

Letzte Änderung 
30. März 2017
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.