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Gerichtsurteil: Alibi-Zutaten sind irreführend

active Fruits Himbeer Rhabarber
© lebensmittelklarheit.de

Mehrere Verbraucherinnen und Verbraucher haben sich bei Lebensmittelklarheit über das Getränk „Active Fruits Himbeer-Rhabarber“ von Netto beschwert. Sie bezweifelten, dass die Verpackung legal ist und sprachen von einer „Mogelpackung par excellence“.

Die Vorderseite zeigt eine Abbildung von Himbeeren und Rhabarberstangen und die Angabe „30 % Saftgehalt aus Frucht- und Gemüsesaftkonzentraten“. Das Getränk enthält jedoch 28,5 Prozent Apfelsaft sowie weitere Zutaten und lediglich 0,1 Prozent Himbeersaft und 0,1 Prozent Rhabarbersaft.

Nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) vermittelt die Verpackungsgestaltung den Eindruck, dass das Getränk einen erheblichen Anteil Himbeer- und Rhabarbersaft enthält.

Das Landgericht Amberg hat sich dieser Auffassung angeschlossen und befunden, dass Verbraucher sogar davon ausgehen können, dass das Getränk einen Anteil von 30 Prozent Himbeer- und Rhabarbersaft enthält. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Lebensmittelklarheit spricht in solchen Fällen von „Alibizutaten“: Auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen versprochene Zutaten sind in winzigen Mengen vorhanden, damit Kunden sie im Zutatenverzeichnis finden können. Zum Geschmack können die Minimengen kaum beitragen – dazu dienen zugesetzte Aromen. Alibizutaten sind ein Hauptärgernis auf Lebensmittelklarheit.

Quelle: Große Bilder und fast nichts dahinter. Gerichtsurteil zu irreführender Kennzeichnung bei Minimalzutaten. Pressemeldung des Verbraucherzentrale Bundesverband vom 24.08.2016

Letzte Änderung 
24. August 2016
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.

Kommentare

Ich finde diese Beschwerden albern.
Wenn jetzt keine Himbeeren und Rhabarber abgebildet wären und das Getränk dann aufgrund der Aromen oder vielleicht doch durch die 0,1 % Saft danach schmeckte, würden sich auch wieder Leute beschweren. Man könnte also diesen Geschmack weglassen, dann wäre das Ganze noch eine Apfelschorle mit Zusätzen, was direkt die nächste Protestwelle nach zich zöge: Wozu all diese chemischen Sachen in der Schorle, die soll doch natürlich sein? Also auch die noch weg. Was bleibt? Stinknormale Apfelschorle und die gibt es schon im Sortiment.
Wenn ich auf Lebensmittelklarheit lese bekomme ich das Gefühl, dass hier hauptsächlich nach Gründen gesucht wird, sich über die böse Industrie zu beschweren. Meine Meinung!