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Hersteller geben unrealistische Portionsgrößen an

Chipsportion
Chipsportion wie auf der Packung angegeben - 30 g

Portionsangaben auf Lebensmittelverpackungen sind freiwillig. Sie sollen Verbrauchern eine Orientierung geben – zum Beispiel wie viele Kalorien, Fett oder Zucker sie zu sich nehmen. Doch die Angaben der Hersteller für die Portionen sind häufig unrealistisch klein. Das zeigt eine bundesweite, interaktive Befragung von 1490 Verbrauchern, die von den Verbraucherzentralen durchgeführt wurde.

Die Teilnehmer sollten jeweils die Portion Müsli und Chips abfüllen, die ihren üblichen Essgewohnheiten entspricht. Bei Müsli lag diese Menge durchschnittlich bei 81 Gramm, bei Chips betrug sie 63 Gramm. Die Hersteller hingegen gaben die Portionsgröße von Müsli mit 40 Gramm, die von Chips mit 30 Gramm an. Damit waren die geschätzten Portionsgrößen der Teilnehmer durchschnittlich mehr als doppelt so groß wie die Angaben der Hersteller.

Faktenblatt Portionsgrößen
© Verbraucherzentralen

Verbraucher essen oft mehr Zucker und Fett, als sie glauben

Nach Auffassung der Verbraucherzentralen rechnen sich die Hersteller mit den Mini-Portionen ihre Produkte „gesund“. So liegt die durchschnittliche Zuckermenge pro Portion Müsli laut Etikett bei rund 14 Gramm. Tatsächlich verzehren die Befragten aber im Schnitt 28 Gramm Zucker – ausgehend von den selbst geschätzten Portionsgrößen. Bei Chips sind es sogar knapp 21 Gramm Fett statt den von den Herstellern berechneten knapp 10 Gramm.

Die Befragung ergab zudem: Die Mehrheit der Teilnehmer bevorzugt verständlichere Angaben auf der Verpackung, zum Beispiel Nährwertangaben bezogen auf 100 Gramm oder eine Ampelkennzeichnung.

Die Verbraucherzentralen fordern daher: Bei nicht eindeutig portionierbaren Lebensmitteln wie Chips oder Müsli sollten Hersteller auf die Angabe von Portionen verzichten. Willkürlich gewählte Portionsgrößen verwirren statt zu informieren.  

Quelle: „Portionsgrößen: Lebensmittelindustrie macht nur "halbe Sachen"“; Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hessen vom 27.06.2017

Letzte Änderung 
29. Juni 2017
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.

Kommentare

Ich bin mit dem Artikel grundsätzlich einer Meinung, dass unrealistische Portionsgrößen ein Problem darstellen. Aber mal unabhängig von der Ampelkennzeichnung, über die schon viel diskutiert wurde, was ist das für ein bahnbrechendes Ergebnis: "Die Mehrheit der Teilnehmer bevorzugt verständlichere Angaben auf der Verpackung, zum Beispiel Nährwertangaben bezogen auf 100 Gramm"? Nährwertangaben sind laut LMIV Art. 32 IMMER je100 g bzw. 100 ml anzugeben (außer es gilt eine Ausnahme und es müssen gar keine Nährwertangaben zur Verfügung gestellt werden). Portionsangaben können darüber hinaus ZUSÄTZLICH gemacht werden.
Das sollte im Artikel mindestens angesprochen werden. Wer das liest und sich nicht im Detail auskennt, könnte auf die Idee kommen, dass die Angabe je 100 g momentan nicht verpflichtend ist. Durch schlechte Recherche/Darstellung werden leider auch berechtigter Weise angeprangerte Missstände in ein schlechtes Licht gerückt.