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Nachhaltig verwirrend – Informationen zu Palmöl

© VZ Hessen

Palmöl sorgt zurzeit für Negativ-Meldungen, denn die zunehmende Zahl der Ölpalmen-Plantagen zerstört Regenwald und sorgt für erhebliche ökologische und soziale Probleme in den Erzeugerländern. Immer mehr Menschen möchten daher Palmöl meiden oder beim Einkauf zumindest auf Palmöl aus nachhaltigem Anbau achten.

Doch das ist aber nicht so einfach – wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Hessen zeigt. Sie überprüfte 36 hoch verarbeitete Lebensmittel wie Streichfette, Brotaufstriche, Backwaren, Süßwaren und Fertigprodukte auf Informationen und Label zu Palmöl.

Hier die Ergebnisse:

  • 34 der 36 überprüften Produkte enthielten Palmöl.
  • Bei der Hälfte davon erfahren Verbraucher nichts weiter außer der Kennzeichnung „Palmöl“ in der Zutatenliste. Das legt nahe, dass das Palmöl aus konventionellen Monokulturen stammt.
  • Die andere Hälfte der palmölhaltigen Produkte trägt mehr oder weniger verschlüsselte Hinweise und/oder Label zur nachhaltigen Herstellung von Palmöl auf der Verpackung.
  • Bei sechs palmölhaltigen Bio-Lebensmitteln im Test verrät das Bio-Siegel informierten Käufern, dass beim Anbau zumindest keine synthetischen Pestizide und Düngemittel eingesetzt werden dürfen.
  • Zwei Bio-Hersteller im Marktcheck informieren auf ihren Produkten deutlich mit einem Label, dass sie auf Palmöl verzichten.

Label und Angaben zu nachhaltigem Palmöl verwirren

Die meisten Hinweise und Label zu Palmöl stehen im Zusammenhang mit dem „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO)“, einem internationalen Zusammenschluss von Palmöl-Erzeugern, Unternehmern und Nichtregierungsorganisationen. Die Angaben dazu sind auf den Verpackungen uneinheitlich. Die Kunden finden häufig eine stilisierte Palme mit dem Schriftzug „Certified sustainable Palmoil RSPO“, manchmal ergänzt durch weitere Angaben wie „Mixed“ oder einen Hinweis, dass die Unternehmen die RSPO-Initiative unterstützen. Genaueres zur RSPO-Initiative ist nur durch aufwändige Internetrecherche zu erfahren.Siegel auf Produkten

Das firmeneigene Label „Pro Planet“ verwendet zwar RSPO-Palmöl, verschweigt dies aber auf den Lebensmittel-Verpackungen.

Für Bio-Lebensmittel verbietet die EU-Öko-Verordnung beim Anbau zwar synthetischen Pestizide und Düngemittel zu verwenden. Nachhaltigkeitskriterien für den Anbau von Ölpalmen sieht die Verordnung jedoch nicht vor. So helfen auch hier nur freiwillige Angaben der Anbieter weiter: Produkte der GEPA und Rapunzel weisen beispielsweise mit Siegeln auf fair gehandeltes Bio-Palmöl hin, das ohne Rodung von Urwäldern und unter fairen Arbeitsbedingungen erzeugt wird. Das erfahren Interessierte aber nur über eine Internet- Recherche.

Einkaufstipps für Verbraucher

  • Auf hoch verarbeitete Lebensmittel mit Palmöl verzichten. Dazu die Zutatenlisten prüfen und auf Herstellersiegel „Ohne Palmöl“ achten.
  • Ansonsten Lebensmittel mit Palmöl aus ökologischer und fairer Erzeugung bevorzugen.
  • Mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln öfter selbst kochen und backen.

Forderung der Verbraucherzentralen

Angesichts der verwirrenden Kennzeichnungen mit Hinweisen und Labeln fordern die Verbraucherzentralen eine unabhängige, transparente Kennzeichnung von palmölhaltigen Lebensmitteln, so dass Verbraucher mit dem Kauf die nachhaltige Erzeugung von Palmöl unterstützen können.

Quelle: Verbraucherzentrale Hessen e.V.: Nachhaltig verwirrend: Informationen zu Palmöl. Verbraucherzentrale Hessen prüft Angaben auf Lebensmittelverpackungen. Pressemitteilung vom 09.10.2015

Letzte Änderung 
9. Oktober 2015
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.