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Verbot von Gesundheitswerbung für Traubenzucker

Traubenzucker
Traubenzucker © Photo SG - fotolia.com

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat über die Werbung auf „Dextro Energy“ entschieden: Gesundheitswerbung hat auf Zucker nichts zu suchen

Mit folgende Gesundheitsangaben wollte die Firma Dextro Energy ihren Traubenzucker bewerben:

  •  „Glucose wird im Rahmen des normalen Energiestoffwechsels verstoffwechselt“
  • „Glucose unterstützt die normale körperliche Betätigung“
  • „Glucose trägt zu einem normalen Energiegewinnungsstoffwechsel bei“
  • „Glucose trägt zu einem normalen Energiegewinnungsstoffwechsel bei körperlicher Betätigung bei“
  • „Glucose trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“

Tatsächlich sind diese Claims nicht falsch. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, die beantragte gesundheitsbezogene Angaben bewertet, sieht diese als ausreichend wissenschaftlich abgesichert an. Denn Glukose ist ein energieliefernder Nährstoff, der im menschlichen Organismus zum Beispiel für die Muskeltätigkeit genutzt wird.

Die Europäische Kommission hat die beantragten Claims trotzdem nicht zugelassen, weil sie ein widersprüchliches und verwirrendes Signal an die Verbraucher senden würden. Diese würden zum Verzehr von Zucker aufgerufen, obwohl Gesundheitsbehörden eine Verringerung des Zuckerverzehrs empfehlen.

Gegen diese Entscheidung klagte Dextro Energy zunächst ohne Erfolg vor dem Gericht der Europäischen Union, danach beschäftigte sich der EuGH damit.

Mit seinem Urteil bestätigt der EuGH das Urteil des Gerichts. Somit wird es keine gesundheitsbezogene Werbung für Traubenzucker geben.

Einschätzung der Verbraucherzentrale

Gesundheitsangaben für Zucker sind nicht sinnvoll.

In unserer Gesellschaft, deren Zuckerkonsum ohnehin sehr hoch ist und die gegen Übergewicht zu kämpfen hat, sind gesundheitsbezogene Angaben für Zucker nicht nachvollziehbar und kontraproduktiv.

Es ist wichtig, bei der Zulassung von gesundheitsbezogenen Angaben nicht nur den wissenschaftlichen Nachweis zu fordern, sondern auch mögliche Risiken zu bewerten.

Letzte Änderung 
13. Juni 2017
Hinweis

Bitte beachten Sie: Unsere Kurzmeldungen geben grundsätzlich den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Sie werden nicht aktualisiert.