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Borchers Kristalline Streusüße Stevia

 

Produktname „Stevia“ vermittelt einen falschen Eindruck über die Zusammensetzung, da die Streusüße überwiegend Erythrit enthält

Verbraucherbeschwerde 

Obwohl auf dem Produkt groß "Stevia" steht, scheint in diesem Produkt wenig bis kein Stevia enthalten zu sein. Ich habe ein ähnliches Produkt einer anderen Marke, einwandfrei deklariert, welches 2,4 % E 960 enthält. Bei diesem entspricht ¼ TL des Produktes 1 TL Zucker.Bei dem Borchers-Produkt soll das "Verhältnis" zu Zucker 1:1 sein. Ich habe dem Vertrieb der Firma geschrieben und bekam zur Antwort, das Mischungsverhältnis sei ein Betriebsgeheimnis.


Frau W. aus Berlin vom 14.10.2016

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Die „Kristalline Streusüße“ wirbt auf der Schauseite prominent mit „STEVIA“. Darunter steht klein gedruckt der Zusatz „mit Erythrit und Steviolglycosiden aus der Stevia-Pflanze“. Das Produkt besteht jedoch hauptsächlich aus dem Zuckeraustauschstoff Erythrit. Die alleinige hervorgehobene Angabe „Stevia“ vermittelt einen falschen Eindruck.

Der Produktname sollte alle Süßungsmittel – Erythrit und Steviolglycoside – gleichermaßen nennen und somit auch gleichberichtigt darstellen oder auf die Angabe der Süßungsmittel im Namen verzichten. Die Bezeichnung der Tafelsüße sollte auf der Schauseite stehen, hier: „Tafelsüße auf der Grundlage von Erythrit und Steviolglykosiden“.

Darum geht’s:

Auf der Schauseite der Verpackung steht in Großbuchstaben „STEVIA“, darunter in wesentlich kleinerer Schrift „mit Erythrit und Steviolglycosiden aus der Stevia-Pflanze“.

Das ist geregelt:

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) regelt, dass Informationen über Lebensmittel nicht täuschend sein dürfen, insbesondere in Bezug auf die Eigenschaften des Lebensmittels, beispielsweise die Zusammensetzung. Dieser Grundsatz gilt auch für die Aufmachung und Bewerbung eines Produktes.

Die Bezeichnung von Tafelsüßen ist in der EU-Zusatzstoff-Verordnung geregelt. Danach sind Tafelsüßen Zubereitungen zugelassener Süßungsmittel, die andere Lebensmittelzusatzstoffe und/oder Lebensmittelzutaten enthalten können und die als Ersatz für Zucker zur Abgabe an den Endverbraucher bestimmt sind.

Die Bezeichnung von Tafelsüßen muss mit dem Hinweis versehen sein „Tafelsüße auf der Grundlage von …“, ergänzt durch den Namen der für die Rezeptur der Tafelsüße verwendeten Süßungsmittel

Eine Nährwertdeklaration sowie eine Mengenangabe, zum Beispiel von Erythrit als mehrwertigen Alkohol, sind bei Tafelsüßen nicht vorgeschrieben.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die alleinige hervorgehobene Angabe „Stevia“ kann einen falschen Eindruck über die Zusammensetzung der Tafelsüße vermitteln. Basiert eine Tafelsüße auf mehreren Süßungsmitteln, sollten alle Süßungsmittel auf der Schauseite gleichermaßen genannt werden.

Fazit:

Der Produktname sollte alle Süßungsmittel – Erythrit und Steviolglycoside – gleichermaßen nennen und somit auch gleichberichtigt darstellen oder auf die Angabe der Süßungsmittel im Namen verzichten. Die Bezeichnung der Tafelsüße sollte auf der Schauseite stehen, hier: „Tafelsüße auf der Grundlage von Erythrit und Steviolglykosiden“.

Stellungnahme der Borchers fine food GmbH & Co. KG, Oyten

Kurzfassung:

Bei der kristallinen Streusüße handelt es sich um ein Produkt mit Erythrit und Steviolglycosiden, dies ist auf der Frontseite klar erkenntlich. Der Produktname ergibt sich aus dem wertgebenden Bestandteil, den Steviolglycosiden. Das kalorienfreie Erythrit ermöglicht die vorteilhafte Konsistenz und so eine optimale, verbraucherfreundliche Dosierung 1:1 wie Zucker und ist ideal zum Backen und Kochen.

Stellungnahme Downloads 
Stand 
7. August 2017