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Griechischer Weichkäse

 

Nur „Feta“ als Bezeichnung geschützt

Verbraucherbeschwerde 

Ich habe 'Hirtenkäse nach traditioneller Art" gekauft. Bei der Bezeichnung Hirtenkäse ging ich sofort von Schafs- oder Ziegenkäse aus. Die Bilder auf der Vorderseite zeigten eine Mittelmeerlandschaft. Auf der Rückseite habe ich zuhause dann leider erst gesehen, dass es sich hier um Kuhkäse handelt. Ich finde die Bezeichnung irreführend und fühle mich getäuscht. Es gibt im Gegensatz zu Ziegenhirten und Schafshirten keine Kuhhirten, insofern empfinde ich die Bezeichnung Hirtenkäse als Betrug, nachdem Hersteller ihren Kuhkäse nicht mehr Feta nennen dürfen, versuchen sie es eben auf diesem Weg. Auch der Zusatz 'nach traditioneller Art' ändert daran nichts. Hier würde ich erst Recht von echtem Hirtenkäse ausgehen und nicht von einer nachgemachten Kuhmilchvariante.
Herr R. aus Lütjenburg vom 07.10.2017

Bei der Abbildung eines griechischen Salats und der Bezeichnung „griechischer Weichkäse“ hätte ich eigentlich einen griechischen Schafskäse vermutet. Der Käse ist aber aus Kuhmilch gemacht. Außerdem wüsste ich gern, wie der Hersteller in Griechenland heißt.
Herr O. aus Augsburg vom 26.07.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Weichkäse in Salzlake erinnert im Aussehen an „Feta“ – einen Käse, der in Griechenland hergestellt sein muss und der aus Schafsmilch oder Schafs- und Ziegenmilch gewonnen wird. Verstärkt durch griechische Werbesymbolik auf der Verpackung kann der Verbraucher leicht im Glauben sein, er kaufe einen „echten“ Schafs- oder Ziegenkäse aus Griechenland. Verbraucherfreundlicher wäre daher eine Bezeichnung wie „Weichkäse griechischer Art“ oder der Hinweis auf der Schauseite „aus Kuhmilch“.

Darum geht´s:

Griechische Attribute wie Namensgebung, Schriftzug, blau-weiße Farbgestaltung, die an die griechische Flagge erinnert, oder der Serviervorschlag für ein typisch griechisches Gericht, können beim Verbraucher den Eindruck erwecken, es handle sich bei vielen Salzlake-Käse um Feta, der aus Schafs- und/ oder Ziegenmilch gewonnen wird.

Das ist geregelt:

Nur „Feta“ zählt zu den Lebensmitteln mit sogenannter „geschützter Ursprungsbezeichnung“. Diese werden in einem bestimmten Gebiet unter genau definierten Herstellungskriterien produziert. Der Eintrag für „Feta“ erfolgte im Jahr 2002 mit einer Übergangsregelung bis 2007. Wenn ein Hersteller einen Weichkäse als „Feta“ vermarkten möchte, so darf er das europaweit nur, wenn der Käse in Salzlake gereift ist, aus Schafs- und/oder Ziegenmilch hergestellt und in Griechenland produziert wurde.

Für vergleichbare Produkte wie den „Griechischen Weichkäse“ gelten diese Bestimmungen nicht.

Von welchem Tier die Milch für einen Käse gewonnen wurde, können Verbraucher der Bezeichnung entnehmen. Die Angabe ist zwingend, wenn die Milch von einem anderen Tier als der Milchkuh stammt, beispielsweise von Schafen oder Ziegen. Fehlt diese Tierartenkennzeichnung ist Kuhmilch das Ausgangsprodukt für den Käse.

Die Lebensmittelinformationsverordnung gestattet es, dass auf Verpackungen statt des Herstellers auch der Verpacker oder Vertreiber angegeben wird. Der Verbraucher erfährt also nicht unbedingt, wo ein Lebensmittel produziert wurde und wer es hergestellt hat.

So sieht´s die Verbraucherzentrale:

Die Bezeichnung „Griechischer Weichkäse“ allein legt noch nicht fest, dass die Milch für das Produkt vom Schaf stammt. Auch Kuhmilch ist durchaus erlaubt. Die Angabe „Hergestellt in Griechenland für...“ in Verbindung mit der Nennung des Verpackers oder Verkäufers kann Verbraucher irritieren. Klarer wäre den griechischen Erzeuger mit Adresse zu benennen.

Fazit:

Freiwillige Auslobungen zur Herkunft wie „hergestellt in Griechenland“ oder „griechischer Weichkäse“ in Kombination mit einer „griechischen“ Aufmachung können Verbraucher über die Qualität des Produktes täuschen. Um Verwechslungen mit „echtem“ Feta zu vermeiden, sollte bereits auf der Schauseite angegeben werden, von welchem Tier die verwendete Milch stammt und welcher Art der Käse in der Verpackung ist.

Status 

Die angesprochene Problematik erfordert aus Sicht der Verbraucherzentralen die Änderung oder Ergänzung einer rechtlichen Regelung. Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) am 02.02.2012 um Stellungnahme dazu gebeten.

Stand 
9. Oktober 2017