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Vorne Land A – hinten Land B, Beispiel Irische Butter

 

Irische Butter kommt tatsächlich aus Irland. Das Länderkürzel „DE“ im ovalen Identitätskennzeichen weist nur darauf hin, dass der Abpackbetrieb in Deutschland ansässig ist.

Verbraucherbeschwerde 

Bei dem Schnittkäse heißt es auf der Vorderseite nicht nur "Original irischer Käse" und nicht z.B. Käse "irischer Art" oder ähnliches, sondern auch noch "...von der grünen Insel". Verbraucher können dadurch den Eindruck gewinnen, der Käse sei direkt aus Irland importiert worden. Bebilderung durch irische grüne Wiesen und das irische Kleebatt stützen diese Perzeption. Erst auf der Rückseite steht klein in der Fußzeile, dass die Firma in 47496 Neukirchen-Vluyn sitzt (ohne "hergestellt von"), der Milchstempel indes ist aus Bayern. Wer die Funktion des Milchstempels nicht kennt, könnte auch meinen, die Firma habe das Produkt aus Irland importiert. Das dürfte in der Summe auf Verbraucher recht verwirrend wirken.
Herr M. aus Berlin 08.07.2017

Beschreibung "Original Irischer Käse" Hersteller ist aber DE BY 13136 EG
Herr B. aus Gröditz vom 01.07.2017 

Der Hersteller wirbt mit "original irischer Butter", dabei kommt die Milch laut Milchstempel aus Deutschland.
Herr B. aus Wangen vom 31.01.2016

Bei folgenden Produkten wird mit "original irischer" Butter geworben, auch auf der Verpackung. Die Prüfkennzeichen lauten aber DE BB 006 EG und DE NW 40015 EG. Die Werbeaussage ist somit nicht korrekt, oder?
Frau S. aus Eisenhüttenstadt vom 23.02.2014

Die gesamte Verpackung suggeriert, dass es sich um einen Käse aus Norwegen handelt. Vorderseite: "Nowegian recipe" - "Original" - "TINE Norway" Rückseite: Werbeslogan "Der bekannteste Käse aus Norwegen..." - Adresse in Oslo. Allerdings zeigt der Molkerei-Stempel, dass die Milch für den Käse aus Bayern stammt. Wieviel Norwegen ist also in dem [...] Käse drin?
Herr K. aus Berlin vom 02.02.2014

Ob hier wirklich eine "Irische Butter" verpackt ist, ist mir nicht ganz geheuer. Der Verpacker: [...], Berlin. Ich persönlich fühle mich getäuscht, denn eine echte irische Butter müsste doch bestimmt ganz anders verpackt sein.
Herr R. aus Florstadt/Stammheim

Es ist nicht erkennbar, ob die Butter in Irland hergestellt worden ist. Was die Firma, wie be- arbeitet hat, ist nicht erkennbar. Was besagt dire ovale Kennzeichnung" DE BY 000 EG?"
Herr J. aus Plochingen vom 08.06.2013

Titel lautet "Irisch", auf Rückseite aber im Molkereisiegel das Länderkürzel BE = Belgien gefunden. Fühle mich getäuscht....
Herr B. aus Herford vom 16.01.2013

Das Produkt, 'Cheddar herzhaft' der Firma [...] suggeriert durch Bezeichnung des Produktes sowie Aufmachung der Verpackung, dass es sich um einen in Irland produzierten/ hergestellten Cheddar handelt: Auf der Fronseite der Verpackung wird das Produkt als 'Original irischer Cheddar' 'aus guter Weidemilch' angepriesen; zudem ist in der unteren Hälfte der Verpackung eine Landschaft abgebildet, die in etwa dem stereotypischen Bild Irlands des Durchschnittsverbrauchers entspricht: Abgebildet ist eine leicht hügelige Landschaft, die grösstenteils aus grünen Wiesen besteht, welche zudem mit Steinmauern in kleinere Einheiten unterteilt sind. Auf der rechten Seite der Verpackung ist zudem eine Steilküste/ Kliff aus dunklem Gestein mit kleinen Buchten, welche an eine blaue See grenzt, dargestellt. Links unten sind zudem noch zwei Kühe dargestellt, von denen eine auf einer sattgrünen Wiese grast. Auch auf der Rückseite des Produkts findet sich die Formulierung 'Original irischer Cheddar' sowie die Bezeichnung 'Irischer Hartkäse'. Das ovale Identitätskennzeichen bzw. Veterinärsiegel im unteren Drittel der Verpackung gibt allerdings Belgien (BE - XXXXX - EG) als Herkunftsland des Produktes an. Insofern finde ich als Verbraucher es unangemessen und inkorrekt, dass dieser Käse als 'original irisch' bzw. als 'Irischer Hartkäse' 'aus guter Weidemilch' mit angedeuteter irischer Landschat verkauft wird, wenn er tatsächlich aus Belgien stammt (und ich als Verbraucher auch nicht sicher sein kann, ob die verarbeitete Milch tatsächlich 'Weidemilch' ist).
Frau B. aus Mainz vom 16.11.2012

Die vermeintlich irische Butter kommt von einem deutschen Milchhof (DE. BE 00000, EG) und von einem deutschen Hersteller.
Herr W. aus Bernburg vom 11.05.2012

Hab ich da etwas falsch verstanden? IRISCHE BUTTER KOMMT AUS BAYERN! Ich wollte mir mal etwas Besonderes gönnen. Nicht immer die billige Allerweltsbutter, sondern "Irische Butter". Für immerhin 1,34 EURO - ein in der Landschaft heute eher hoher Preis. Assoziiert mit irischen Erinnerungen von glücklichem Vieh auf Weide und Straße, wunderte ich mich erst zu Hause, dass diese Butter gar nicht, wie erwartet, frisch und duftend aus der Verpackung kam. Sondern eher als alte Lagerbutter: riecht nicht, schmeckt nicht. Erst da habe ich mir die Rückseite der Goldfolie angeschaut. Und staunte, dass da das Herkunftszeichen DE BY 411 EG und als Hersteller den Butter-Konfektionär [..] aus NEUSS. Ich finde das nicht nur eigenartig, wohl frei nach dem Kölner Prinzip: Et hätt noch immer jot jejange Ich werde offenbar als Verbraucher betrogen. Ich finde, dass solche kriminelle Energie eine Sache für den Staatsanwalt ist! [...]
Herr W. aus München vom 04.08.2011

Die Verpackung ist meines Erachtens eine „Verbrauchertäuschung“! Ob hier wirklich eine irische Butter verpackt ist, ist mir nicht ganz geheuer. Als Vertriebsfirma ist eine deutsche Firma angegeben. Ich persönlich fühle mich getäuscht, denn eine echte irische Butter müsste doch bestimmt ganz anders verpackt sein.
Herr R. aus Florstadt/Stammheim vom 31.07.2011

Kerrygold wird als original Irische Butter vermarktet. Tatsächlich aber stammt die Milch, die zur Herstellung verwendet wird laut Kennzeichnung aus Deutschland. Dies ist irreführend, da eine original irische Butter impliziert, dass diese in Irland aus der Milch irischer Kühe hergestellt wird. Für mich eine klare Irreführung der Verbraucher!
Herr N. aus Hohenfels vom 23.07.2011

Ich war davon  ausgegangen, dass ich irische Butter gekauft habe, obwohl sie etwas teurer ist als deutsche Butter. In dem ovalen Herkunftskennzeichen steht aber DE als Herkunftsland. Das ist für mich Betrug. Man verkauft deutsche als irische Butter. Ich glaube kaum, dass man die Milch aus Irland herankarrt. Eine Bezeichnung wie "Butter nach irischer Art" wäre ehrlicher.
Herrn S. aus Berlin vom 20.07.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung

Durch das Länderkürzel „DE“ im ovalen Identitätskennzeichen und eine deutsche Firmenadresse auf irischer Butter sind viele Verbraucher der Ansicht, dass die Butter aus Deutschland und nicht aus Irland stammt. Das ist jedoch nicht der Fall. Deshalb sollte nach Meinung der Verbraucherzentrale der Zusatz „Butter aus Irland. Abgepackt in Deutschland“ auf die Verpackung aufgedruckt werden, um derartige Verbraucherirritationen zu vermeiden.

Darum geht’s:

Außer der Bezeichnung "Irische Butter" findet der Verbraucher auf Butterpaketen das Identitätskennzeichen und eine Anbieteradresse, welche einen Hinweis auf die Herkunft des Produktes liefern können, aber nicht müssen.

Das ist geregelt:

Das ovale Identitätskennzeichen ist unter anderem bei Molkereiprodukten eine Pflichtkennzeichnung und zeigt den Betrieb an, der das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt hat. Der Betrieb wird durch ein Länderkürzel und eine spezielle Nummer codiert. Dieser Code dient vor allem der Lebensmittelüberwachung zur Rückverfolgung von Produkten bis zum Hersteller und stellt somit keine Verbraucherinformation dar. Daneben ist auf der Verpackung die Adresse der Vertriebsfirma angegeben, die nicht mit dem Erzeuger identisch sein muss.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Da bei der Mehrheit der im Markt angebotenen irischen Butter der letzte Produktionsschritt das Portionieren und Verpacken in Deutschland erfolgt, zeigt das Identitätskennzeichen das Länderkürzel „DE“. Bei der Adresse handelt es sich um den Abpackbetrieb.
Verbraucher, die diese Informationen nicht kennen, sind dadurch irritiert und der Auffassung, dass die Butter nicht aus Irland, sondern aus Deutschland kommt.

Fazit:

Aus Sicht der Verbraucherzentrale können derartige Verbraucherirritationen durch einen entsprechend großen, zusätzlichen Aufdruck „Butter aus Irland. Abgepackt in Deutschland“ an gut einsehbarer Stelle verhindert werden.

Status 

Die angesprochene Problematik erfordert aus Sicht der Verbraucherzentralen die Änderung oder Ergänzung einer rechtlichen Regelung. Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) am 05.01.2012 um Stellungnahme dazu gebeten.

Stand 
4. Juli 2017