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Trockenprodukte: Füllmenge in Litern – Nährwertangaben in Gramm, Beispiel Sorte Kartoffelknödelmehl

 

Verwirrend für Verbraucher: Statt der Füllmenge in Gramm ist bei Trockenprodukten die Angabe der erforderlichen Flüssigkeitszugabe erlaubt. Die Nährwertangaben dürfen sich trotzdem auf das Trockenprodukt beziehen.

Verbraucherbeschwerde 

Die Gewichtsangabe auf der Verpackung des Kartoffelpüreepulvers fehlt. Kalorienangaben beziehen sich auf das zubereitete Produkt mit Wasser und Milch. Kalorienangaben des reinen Pulvers fehlen. Kosten und Kalorienvergleich mit anderen Produkten ist dadurch nicht direkt und nur durch umrechnen möglich.
Herr G. aus Dielheim vom 08.11.2014

Die Nährwerttabellen der Tütensuppen sind nicht nachvollziehbar. Es werden zwei Bezüge genommen:

  1. Eine Portion
  2. 100 g Trockenprodukt

Es ist aber nirgends vermerkt, zu 1, wie groß eine Portion ist und zu 2, wieviel Gramm Trockenprodukt überhaupt enthalten ist. Es gibt nach eine Angabe in Teller. Aber weder wird beschrieben, was eine Portion ist, noch der Bezug zu Gramm Trockenprodukt hergestellt. Daher sind die Nährwerttabellen nicht nachvollziehbar, auch nach viel nachsehen nicht :)
Herr M. aus Darmstadt vom 26.11.2012

Ich bin gerade über die Nährwertangaben einer Packung Kartoffelknödelmehl gestolpert. Die Angaben beziehen sich auf 100 g (nicht zubereitet). Aber ach, nirgends auf der Packung ist eine Gewichtsangabe des Inhalts zu finden! Da nutzen mir die Packungsangaben gar nichts, es sei denn ich habe eine Feinwaage und einen Taschenrechner ständig in Gebrauch.
Herr B. aus Ohlstadt vom 02.03.2012

Keine Gewichtsangabe bei Rindsbouillon, dadurch kein Vergleich zwischen zwei Anbietern möglich. Lediglich eine Angabe für 6 Liter, was auch immer das soll.
Herr H. aus Offenbach vom 03.01.2012

Auf der Verpackung des Tütenpulvers für Rahmbraten Sauce ist keinerlei Information zur Menge des Inhalts abgedruckt, es fehlt die Gramm-Angabe. Auch die Mitarbeiter im Supermarkt konnte auf Nachfrage keine Information zum Füllgewicht der Tütensuppen und -soßen geben!
Herr K. aus Bamberg vom 02.11.2011

Die Verpackung enthält keine Angabe über den tatsächlichen Inhalt in Gramm, sondern nur die Kennzeichnung "Inhalt ergibt: 16 Liter". Dies erlaubt dem Kunden keine Kontrolle, welchen Preis er für ein Gramm des Produktes bezahlt. Die Definition, wie viel ein Kunde einrühren muss, um 16 Liter zu erhalten ist ja Geschmackssache. Bei jedem anderen Lebensmittelprodukt muss bei der Kennzeichnung im Laden einen Preis pro 100 g der Produktsubstanz angegeben sein. Warum hier nicht? Dies ermöglicht dem Hersteller, z.B. durch Umdefinieren der für 16 Liter benötigten Substanz, die Menge an Inhalt zu verändern, ohne dass der Kunde die Verteuerung bemerken würde oder dies kontrollieren kann. Hier sollte die tatsächliche Menge an beinhalteter Substanz zwingend auf der Verpackung angegeben sein.
Herr H. aus Altheim vom 28.10.2011

Hallo, mich ärgert es, dass auf diesen Produkt nur 16 Liter steht. Es ist eine von Knorr festgelegte Einheit, aber stimmt das auch? Ich kann nie nachprüfen per Waage, wieviel Gramm in einer Verpackung ist. Es kann ja sein, dass bei manchen Menschen mal mehr mal weniger genommen wird, da spielt der Individuelle Geschmack eine große Rolle und nicht die vom Hersteller selbst festgelegte Einheit. Außerdem kann der Anbieter wie es ihm passt mal mehr mal weniger in die Verpackung tun, ich kann nie überprüfen wieviel Gramm Netto Brutto usw. stimmt. Auf jedem Markt wird penibel auf die Auszeichnungspflicht hingewiesen aber in diesem Fall wohl nicht. Ich wünsche mir, dass die Einfüllmenge in Gramm gekennzeichnet wird und nicht in Liter, was niemand nachprüfen kann. Um nicht noch eine Mail zu schicken, habe ich auch den Bratensaft vom selben Anbieter hinzugefügt, da sind es nur 2,5 Liter. Wie man sieht: Große Firmen haben eine anderes Messsystem. Super, dass es euch gibt, weiter so.
Herr T. aus Berglen vom 18.08.2011

Angabe des Kochsalzgehaltes pro 100 g Trockenprodukt. Es fehlt nämlich die Angabe des Gewichts Trockenprodukts in der Tüte. Auch die Angabe Kochsalz bzw. Natrium je "Portion zubereitet" hilft nicht weiter, da nicht definiert ist, wie viel eine Portion ist. Anderswo heißt es zwar: "Inhalt ergibt 3 Teller". Aber ist ein Teller denn auch gleich eine Portion? Um Klarheit zu haben, müsste man eine Haushaltswaage mit in den Supermarkt nehmen, die Tüte aufreißen, das Trockenpulver wiegen und anschließend die Umrechnung mit einem Taschenrechner oder auf dem Papier durchführen. Was würde wohl der Marktleiter dazu sagen?
Herr M. aus Bünde vom 16.08.2011

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Auf Trockenprodukten zur Zubereitung mit Flüssigkeit muss lediglich die Menge an Flüssigkeit gekennzeichnet werden, die zur Herstellung des verzehrfertigen Produktes notwendig ist. Die Nährwertangaben dagegen beziehen sich auf das Lebensmittel zum Zeitpunkt des Verkaufs und können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch auf das zubereitete Produkt beziehen. Aus Verbrauchersicht ist es wünschenswert, wenn sich die Nährwertangaben generell auf 100 Gramm des verzehrfertigen Erzeugnisses und eine Portion beziehen.

Darum geht´s:

Auf einer Packung fertiges Kartoffelknödelmehl befinden sich Nährwertangaben, die sich auf 100 Gramm des nicht zubereiteten Knödelmehls beziehen. Die Menge des enthaltenen Knödelmehles ist nicht angegeben. Der Hersteller gibt lediglich an, dass das Knödelmehl mit 0,75 Liter Wasser angerührt 12 Knödel ergibt. Nährwertangaben für das verzehrfertige Produkt erfährt der Verbraucher nur, wenn er die Nährwerte selbst umrechnet, was eine schnelle Information beim Einkauf verhindert.

Das ist geregelt:

In der Fertigpackungsverordnung wird die Angabe der Füllmengen geregelt. Fertigpackungen dürfen demnach gewerbsmäßig nur in den Verkehr gebracht werden, wenn die Füllmenge nach Gewicht, Volumen oder Stückzahl oder in einer anderen Größe angegeben ist. Trockenerzeugnisse für Pudding, Püree oder Klöße müssen mit der Menge der Flüssigkeit, die zur Zubereitung der Füllmenge erforderlich ist, gekennzeichnet werden. Im vorliegenden Fall ist die Füllmenge durch die Angabe „für 0,75 l Flüssigkeit“ korrekt ausgewiesen. Ähnlich geregelt ist die Füllmengenangabe von konzentrierten Suppen, Brühen, Soßen und Salatsoßen. Hier wird die Menge der verzehrfertigen Soße in Litern oder Millilitern angegeben.
Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) schreibt vor, dass sich die Nährwertkennzeichnung auf 100 Gramm oder 100 Milliliter des Lebensmittels – zum Zeitpunkt des Verkaufs – bezieht. Angaben pro Portion sind zusätzlich möglich. Gegebenenfalls können sich diese Informationen auf das zubereitete Produkt beziehen, wenn ausreichend genaue Angaben über die Zubereitungsweise gemacht werden und sich die Informationen auf das verbrauchsfertige Lebensmittel beziehen

So sieht´s die Verbraucherzentrale:

Für Verbraucher ist die Nährwertkennzeichnung nur nachvollziehbar, wenn sie sich auf die Bezugsgröße bezieht wie die Füllmenge. Diese Vorgabe ist jedoch nicht ausdrücklich in der LIMIV gefordert. In diesem Fall müssten sich beide Angaben auf das Volumen beziehen: die Füllmenge in Litern und die Nährwertkennzeichnung auf Volumen, 100 Milliliter. Die zusätzliche Angabe pro Kloß wäre sinnvoll, ist aber generell freiwillig.

Fazit:

Die Bezugsgröße der Nährwertkennzeichnung – 100 Gramm oder 100 Milliliter – sollte sich verpflichtend nach der Füllmengenkennzeichnung richten.

Status 

Die angesprochene Problematik erfordert aus Sicht der Verbraucherzentralen die Änderung oder Ergänzung einer rechtlichen Regelung. Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) am 15.05.2012 um Stellungnahme dazu gebeten.

Stand 
29. Juni 2017