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Rasting Hähnchenfleisch in Aspik

 

Werbung "ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe", aber mit glutamathaltiger Würze

Verbraucherbeschwerde 

Auf der Vorderseite des Produktes ist in deutlicher Aufmachung u. a. die Auslobung "ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe" aufgebracht! Auf der Zutatenliste der Rückseite ist aber die Verwendung von "Würze" klar erkennbar!
Herr S. aus Ruppichteroth vom 25.12.2016

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Das Hähnchenfleisch in Aspik enthält glutamathaltige Würze, wirbt aber mit der Aussage "ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe". Bei einer derartigen Werbeaussage erwarten Verbraucher ein Produkt ohne Zusatz von Glutamat oder glutamatreichen Zutaten. Der Hersteller sollte die Werbeaussage "ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe" vom Produkt entfernen.

Darum geht’s:

Der Hersteller wirbt auf der Schauseite für das Hähnchenfleisch in Aspik mit der Aussage „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“. Die Zutatenliste führt demzufolge auch keinen geschmacksverstärkenden Zusatzstoff auf. Trotzdem enthält das Produkt über die Zutat Würze geschmacksverstärkendes Glutamat/Glutaminsäure in Form einer glutamatreichen Zutat.

Das ist geregelt:

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) dürfen Informationen über Lebensmittel nicht in die Irre führen, insbesondere in Bezug auf die Eigenschaften des Lebensmittels, wie beispielsweise die Zusammensetzung. Dieser Grundsatz gilt auch für die Aufmachung und Bewerbung eines Produktes.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Wie Meldungen und Forenanfragen auf Lebensmittelklarheit belegen, sehen sich viele Verbraucher durch den Hinweis “ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ getäuscht: Zwar enthält das Produkt tatsächlich keine geschmacksverstärkenden Zusatzstoffe, aber eine glutamatreiche Zutat wie Würze, die rechtlich nicht zu den Zusatzstoffen zählt. Aufgrund des Hinweises erwarten Verbraucher jedoch, dass der Geschmack weder durch Geschmacksverstärker noch durch Zutaten wie Würze verstärkt wird. Bei der Herstellung von Würzen entstehen geschmacksverstärkend wirkende Glutamate, da die eiweißreichen Rohstoffe wie Raps, Mais oder Soja hohe Gehalte an proteingebundener Glutaminsäure aufweisen.

Fazit:

Die gezielte Auslobung „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ sollte unterbleiben, wenn glutamatreiche Zutaten wie Hefeextrakt oder Würze enthalten sind.

Stellungnahme Fleischhof Rasting GmbH, Meckenheim

Kurzfassung:

Würze enthält, wie viele andere Lebensmittel auch, als natürlichen Bestandteil Glutaminsäure. Bei Würze handelt es sich jedoch nicht um einen Zusatzstoff, sondern um eine übliche Lebensmittelzutat. Wir weisen durch die allgemein übliche Aussage „Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ darauf hin, dass keine Zusatzstoffe eingesetzt werden. Die Aussage ist daher zutreffend.

Stellungnahme Downloads 
Stand 
4. Mai 2017