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Rewe Bio Italienisches Kräutersalz

 

Mit Italien beworben, aber Zutaten aus Spanien und Nicht-EU-Landwirtschaft enthalten

Verbraucherbeschwerde 

Gekauft als "Italienisches" Kräutersalz. Auf der Verpackung wird in der Zutatenliste als erstes Meersalz 60 % aus Spanien angegeben. Nachfolgend die verschiedenen Kräuter, Gewürze und Tomatenflocken gemäß DE-ÖKO-012 aus EU und Nicht-EU-Ländern. Wenn 60 % des Produktes aus Spanien stammen, stellt sich mir die Frage, ob das Produkt tatsächlich Italienisches Kräutersalz genannt werden darf.
Frau R. aus Radebeul vom 11.07.2016

Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Ein Produktname, der auf ein bestimmtes Land, hier Italien, hinweist, kann bei Verbrauchern den Eindruck erwecken, das Produkt stamme aus Italien. Weisen Angaben zu Zutaten auf andere Länder als Italien hin, sollte der Anbieter auf der Packung diesen vermeintlichen Widerspruch auflösen. Sonst können sich Verbraucher über die Herkunft getäuscht sehen.

Darum geht’s:

Das Bio Kräuter-Gewürzsalz trägt den Produktnamen „Italienisches Kräutersalz“. In der Zutatenliste steht hinter „Meersalz, 60 %“ die Angabe (Spanien). Unter dem Bio-Siegel, auf das alle Zutaten außer Meersalz verweisen, findet sich die Herkunftsangabe „EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“. Als Hersteller ist eine Firma in Deutschland angegeben.

Das ist geregelt:

Gemäß Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) dürfen Informationen über Lebensmittel nicht irreführend sein, insbesondere in Bezug auf die Eigenschaften des Lebensmittels, unter anderem Ursprungsland oder Herkunftsort.

Gemäß Markengesetz (MarkenG) dürfen geographische Herkunftsangaben im geschäftlichen Verkehr nicht für Waren benutzt werden, die nicht aus dem Land stammen, das durch die geographische Herkunftsangabe bezeichnet wird, wenn bei der Benutzung solcher Namen, Angaben für Waren eine Gefahr der Irreführung über die geographische Herkunft besteht.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Verbraucher achten bei der Lebensmittelauswahl unter anderem auf die Herkunft eines Lebensmittels.

Hier stellt der Produktname einen regionalen Bezug zu Italien her. Stehen dann im Kleingedruckten jedoch überwiegend andere Länder als Herkunftsangabe können Verbraucher durch diesen vermeintlichen Widerspruch unserer Ansicht nach nachvollziehbar irritiert sein und sich getäuscht sehen.

Fazit:

Der Anbieter sollte den vermeintlichen Widerspruch bezüglich der Herkunft bereits auf der Schauseite erklären oder durch einen anderen Produktnamen vermeiden.

Stellungnahme der Rewe Zentral Finanz eG, Köln

Auf das Schreiben der Verbraucherzentrale vom 01.08.2016 ist bisher keine Antwort erfolgt.

Stand 
14. November 2016