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Sachsenmilch, Beispiel Der Feine Speisequark

 

Der Markenname „Sachsenmilch“ garantiert nicht: Alle Rohstoffe stammen aus Sachsen.

Verbraucherbeschwerde 

Die Milch mit dem Namen "Sachsenmilch" und der weiteren Aufschrift "Unsere frische Milch" suggeriert dem Käufer, dass es sich um ein regionales Produkt handelt. Bei näherem Hinsehen entdeckt man, dass die Milch aus Betrieben in Bayern und Österreich stammt. Die vorgegaukelte Regionalität ist also überhaupt nicht gegeben, für viele jedoch ein Grund, diese zu kaufen.
Herr H. aus Dresden vom 11.05.2017

Die Firma Sachsenmilch scheint es ja schon seit Längerem auf der Regional-Schiene nicht so ernst mit der Herkunft zu nehmen. Sachsenmilch suggeriert mir ein "Ostprodukt", und da Milch aus Bayern und Österreich zu verarbeiten ist dreist. Noch dreister ist es, dass die Herstellung auch in Bayern erfolgt. Wenn man sich dazu die Stellungnahme der Firma zu einer früheren Meldung auf dieser Plattform durchliest, dann muss ich sagen - das war‘s für mich mit Produkten der Firma. Ich werde das auch meinem Bekanntenkreis empfehlen.
Herr P. aus Berlin vom 07.06.2016

Der Claim des Unternehmens "Gutes für die Region" und der Firmenname "Sachsenmilch" verwirren. Dass die Milch aus Sachsen kommt wird zwar suggeriert, entspricht aber nicht den Tatsachen. Die Milch, so auf der Hinterseite des Produktes, stammt aus Bayern.
Frau F. aus Chemniz vom 31.05.2014

Auf der Verpackung, also auf dem Becher steht groß drauf Sachsen Milch und darunter Frucht Buttermilch, das ist soweit alles okay. Dann steht fett drauf an der Seite "Sachsenmilch Leppersdorf GmbH D-01454 Wachau OT Leppersdorf, ist auch soweit okay, aber der Abfüllbetrieb ist in Bayern, gekennzeichnet durch den Codierer an der Abfüllstation wie hier "BY718. 1501 14:2311". Warum? Jeder denkt er hat Sachsenmilch und drinn ist Bayernmilch, das finde ich nicht in Ordnung. Vom Geschmack her ist's mir egal wo die Milch herkommt, aber damit zu werben Sachsenmilch, dann sollen sie was anderes drauf schreiben, wie z. B. bei Netto alle anderen Milchsorten, "Gutes Land" oder so.
Herr S. aus Hohenseeden vom 18.07. 2013

Produkte werben mit der Region. Kunden denken, sie kaufen regionale Produkte und sichern damit Arbeitsplätze in Sachsen. Tatsächlich werden die Produkte in Bayern produziert. Das finde ich schlimm.
Herr N. aus Borna vom 05.04.2012

Sachsenmilch Speisequark darf meiner Meinung nach nicht den Verweis auf Sachsen und damit die augenscheinliche Herstellung in Sachsen haben! Denn dieses Produkt wird ausschließlich in Bayern hergestellt. Als Produzent wird aber Sachsenmilch in 01454 Leppersdorf angegeben. Durch das Siegel, das Produkte mit tierischen Erzeugnissen tragen müssen, ist ersichtlich, dass dieses Produkt aus Bayern kommt. Dieser Quark müsste also "Bayernmilch" oder so heißen. Ich fühle mich getäuscht, denn wenn ich regionale Produkte kaufe, möchte ich, dass diese von hier kommen und nicht aus Bayern!
Herr B. aus Borstendorf vom 13.02.2012

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Markennamen, die ein Bundesland nennen, können Verbraucher leicht als Hinweis auf regionale Rohstoffe und regionale Herstellung verstehen und zum Kauf verleiten. Stammen die Rohstoffe tatsächlich aus einer anderen Region oder erfolgt die Verarbeitung in einem anderen Bundesland sollte der Anbieter auf das Logo „Sachsen Milch“ verzichten oder auf der Schauseite klar stellen, dass die Rohwaren und/oder die Verarbeitung keinen regionalen Bezug haben.

Darum geht’s:

Auf der Schauseite des Quarks prangt groß das Logo „Sachsen Milch“. Deutlich kleiner sind außerdem die Adresse der Sachsenmilch Leppersdorf GmbH in Wachau und das so genannte Identitätskennzeichen mit der Nummer DE BY 604 EG aufgedruckt. Weitere Hinweise auf die Herkunft der Zutaten oder die Verarbeitung erfolgen nicht.

Das ist geregelt:

Gemäß der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) sind auf verpackten Lebensmitteln der Name und die Anschrift des Herstellers, Importeurs, Verpackers oder des Verkäufers verpflichtend anzugeben. Es muss nicht unbedingt der Produktionsort der Ware angegeben sein.

Das Identitätskennzeichen ist eine Pflichtkennzeichnung auf tierischen Lebensmitteln, also auch auf Milcherzeugnissen. Es stellt keine Verbraucherinformation dar. Es gibt den Behörden der Lebensmittelüberwachung anhand von Kürzeln den Betrieb an, der das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt hat. Es kennzeichnet nicht unbedingt die Herkunft der Rohstoffe. Das Identitätskennzeichen besteht aus einem Länderkürzel, z.B. "DE" für Deutschland, einer Betriebsnummer, die sich aus einer Abkürzung des Bundeslandes, zum Beispiel "BY" für Bayern, und einer Nummer zusammensetzt, die den Betrieb identifiziert, sowie der Angabe „EG“, wenn es sich um einen Betrieb der Europäischen Gemeinschaft handelt.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Viele Verbraucher achten bei der Lebensmittelauswahl auf eine regionale Herkunft. Mittlerweile gibt es eine Fülle von regionalen Logos und Produktnamen im Markt. Worauf sich diese beziehen, ist nicht immer zweifelsfrei klar. Konkrete Regelungen, welche Voraussetzungen Werbung mit „Regionalität“ erfüllen muss, gibt es bisher nur sehr vereinzelt, z. B. für das Regionalfenster. Jedenfalls darf die Werbung den Verbraucher nicht irreführen.

Hier stellen das Logo und die Firmenadresse einen regionalen Bezug zu Sachsen her. Nur Verbraucher, die wissen, was das Identitätskennzeichen bedeutet, können erfahren, dass das Produkt zuletzt in Bayern bearbeitet, verpackt oder abgefüllt wurde.

Nach Auffassung der Verbraucherzentrale wird durch das Logo und die Adresse nicht wenigen Verbrauchern eine Regionalität des Produktes suggeriert, die es nicht erfüllt. Denn ein entscheidendes Kriterium für den Verbraucher ist oftmals die regionale Herkunft aller Zutaten des Produktes.

Fazit:

Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist eine klare rechtliche Definition für Regionalität notwendig. Sofern nicht ein Großteil der Zutaten eines Produkts aus der Region stammt, sollten regionale Logos und regionale Markennamen nicht verwendet werden. Oder es müsste bereits auf der Schauseite stehen, was unter „Regionalität“ konkret verstanden wird.

Stellungnahme der Sachsenmilch Leppersdorf GmbH, Wachau

Kurzfassung erstellt durch die Verbraucherzentrale:

Das Selbstverständnis ist „Eine Marke aus Sachsen“ und nicht „Alle Rohstoffe aus Sachsen“. Es bedeutet vor allem: sächsischer Standort, sächsische Rezepturen, sächsische Mitarbeiter, Steuerzahlungen in Sachsen. Hinzu kommt, dass der Abfüllort selbstverständlich wie vorgeschrieben ordentlich auf der Verpackung deklariert ist.

Stellungnahme Downloads 
Stand 
18. Mai 2017