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Verbrauchsdatum gilt für maximal 2 °C, Beispiel Hackfleisch

 

Verbrauchsdatum nur für maximal +2 °C angegeben, was nicht jeder Haushaltskühlschrank bieten kann

Verbraucherbeschwerde 

Der gekaufte Fisch ist nur bei einer Kühltemperatur zwischen 0 Grad und 2 Grad Celsius bis zu einem bestimmten Datum zu verzehren. Meine Frage: Welcher Normalverbraucher hat daheim einen Kühlschrank, der bis auf 2 Grad Celsius runterkühlt? Ansonsten kann ich den Fisch gleich einfrieren. Aber dann ist es ja kein Frischfisch. Das mit der Kühltemperatur hab ich aber auch woanders entdeckt...
Herr N. aus Karlsruhe vom 13.08.2015

Im Groß- und Fettdruck ist das Haltbarkeitsdatum 19.09.2013 deutlich erkennbar. Darüber steht sehr klein "Ungeöffnet bei unter +2 °C zu verbrauchen bis:" Es wäre sehr verbraucherfreundlich, wenn dieser Hinweis größer wäre! Ich habe ihn übersehen, und wie mir wird es vielen Verbrauchern gehen. Mir stellt sich die Frage, warum man den Hinweis "unter +2 °C" auf das Produkt schreibt? Kein normaler Kühlschrank kühlt bei dieser Temperatur. Ein zusätzlicher Hinweis, bis wann ein Produkt bei Kühlschrank-Temperatur (ca. 6-7 °C) zu verbrauchen ist, wäre sehr angenehm. Der normale Verbraucher achtet hauptsächlich auf das Haltbarkeitsdatum, aber weniger auf das Kleingedruckte!
Frau B. aus Solingen vom 21.09.2013

Eine Lagerung über mehrere Tage bei maximal 2 Grad ist wohl für kaum einen Verbraucher einzuhalten, außer, das Produkt wird tiefgekühlt. Die "normale" Kühlschranktemperatur beträgt zwischen 4 und 8 Grad. Der Hersteller sollte meiner Meinung nach angeben, wie lange die Ware bei der üblichen Temperatur in einem Kühlschrank haltbar ist.
Frau R. aus Apfeldorf vom 20.07.2013

Das Hackfleisch hatte einen schlechten Geschmack, daraufhin Kontrolle der Verpackung: keine Angabe zu Schutzgas, keine Angabe über Verpackungsdatum, der Hinweis: "ungeöffnet bei unter + 2 ° C...."  ist praktisch nicht einhaltbar, z. B. auch bereits in der Verkaufstruhe nicht.
Herr K. aus Fulda vom 17.03.2013

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Kühlschränke haben meist eine Temperatur zwischen vier und acht Grad Celsius. Bei den neueren Modellen ist eine Einstellung auf sehr niedrige Temperaturen für bestimmte „Zonen“ möglich.
Ein Verbrauchsdatum ausschließlich für eine Lagerung bei maximal zwei Grad Celsius anzugeben, entspricht zwar den rechtlichen Vorschriften, ist aus Sicht der Verbraucherzentrale aber wenig verbraucherfreundlich.

Darum geht’s:

Auf verpacktem Hackfleisch und Hackfleischzubereitungen ist ein Verbrauchsdatum für die Lagerung „bei maximal +2 °C“ angegeben. Die Temperaturangabe ist sehr klein geschrieben.

Hersteller geben oft zusätzlich Hinweise wie „Bei einer Unterbrechung der Kühlkette über +2 °C empfehlen wir den Verzehr am Tag des Einkaufs.“ Diese stehen jedoch in der Regel im Kleingedruckten auf der Rückseite.

Für viele Verbraucher sind die Temperaturvorgaben von maximal zwei Grad Celsius bei der Lagerung und erst recht beim Transport unrealistisch.

Ein Verbrauchsdatum für Lagertemperaturen zwischen vier und acht Grad Celsius ist nicht vorhanden.

Das ist geregelt:

Nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) ist bei mikrobiologisch sehr leicht verderblichen Lebensmitteln, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen könnten, anstelle des Mindesthaltbarkeitsdatums das Verbrauchsdatum anzugeben. Der Angabe „verbrauchen bis“ müssen ein komplettes Datum und die einzuhaltenden Aufbewahrungsbedingungen folgen.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Forderung der Verbraucher ist aus unserer Sicht berechtigt.

Nach unserer Auffassung sollten sich Angaben zur Haltbarkeit auf Temperaturen beziehen, die Verbraucher in ihren Haushalten realisieren können. Dafür wären Änderungen von Rechtsvorschriften notwendig.

Status 

Die angesprochene Problematik erfordert aus Sicht der Verbraucherzentralen die Änderung oder Ergänzung einer rechtlichen Regelung. Die Verbraucherzentrale hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) am 20.08.2013 um Stellungnahme dazu gebeten.

Stand 
7. Juni 2017