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Nährwertkennzeichnung: Wichtige Information gehört auf nahezu alle Lebensmittel

Nährwertkennzeichnung
Nährwertkennzeichnung © Alterfalter - Fotolia.com

Für Menschen, die sich gesund ernähren wollen oder auf eine bestimmte Nährstoffzusammensetzung achten müssen, ist die Nährwertkennzeichnung eine wichtige Entscheidungshilfe beim Lebensmitteleinkauf. Seit dem 13. Dezember 2016 ist die Kennzeichnung der sieben wichtigsten Nährwerte auf nahezu allen verpackten Lebensmitteln Pflicht.

Art und Weise der Nährwertkennzeichnung

Wie die Nährwertkennzeichnung zu erfolgen hat, regelt die EU-Lebensmittelinformationsverordnung:

Vorgeschrieben ist grundsätzlich die Tabellen-Form, in der sich die Angaben auf 100 Gramm oder 100 Milliliter eines Lebensmittels beziehen. Nur bei Platzmangel können die Nährwerte auch hintereinander aufgeführt werden.

Vorgeschrieben ist die Kennzeichnung der „Big 7“:

  • Brennwert/Energiegehalt
  • Fett
  • Gesättigte Fettsäuren
  • Kohlenhydrate
  • Zucker
  • Eiweiß
  • Salz

Zusätzlich dürfen die folgenden Inhaltsstoffe gekennzeichnet werden:

  • einfach ungesättigte Fettsäuren,
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren,
  • mehrwertige Alkohole (Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit),
  • Stärke,
  • Ballaststoffe,
  • Vitamine und Mineralstoffe

Angaben zu Vitaminen und Mineralstoffen dürfen nur erfolgen, wenn diese in signifikanten Mengen enthalten sind – in der Regel mindestens 15 Prozent der empfohlenen Tagesdosis in 100 Gramm oder 100 Milliliter des Lebensmittels. Zusätzlich muss bei Vitaminen und Mineralstoffen der prozentuale Anteil des Nährstoffs an der empfohlen Tagesdosis (Referenzmenge) angegeben werden.

Freiwillig: Ergänzend zur Deklaration der Nährwerte pro 100 Gramm oder 100 Milliliter kann der Hersteller diese auch pro Portion angeben. Die Größe einer Portion legt der Hersteller dabei selbst fest. Er muss aber Anzahl der Portionen pro Packung angeben.

Außerdem dürfen auch bei den „Big 7“ die prozentualen Anteile von Energie und Nährstoffen an Referenzmengen gekennzeichnet werden. Dann ist die Erklärung „Referenzmenge für reinen durchschnittlichen Erwachsenen (8400kJ/2000kcal)“ zu ergänzen.

Werbung mit Nährwert und Gesundheit

Wirbt der Hersteller aber mit einem bestimmten Nährstoffgehalt, so ist eine zusätzliche Kennzeichnung des beworbenen Nährstoffs verpflichtend. Heißt es beispielsweise „reich an Ballaststoffen“, so muss die Nährwertkennzeichnung auch die Ballaststoffe umfassen. Steht auf der Verpackung „Vitamin A und Zink unterstützen den normalen Sehvorgang“, so müssen Vitamin A und Zink angegeben werden. Preist ein Hersteller Inhaltsstoffe an, die nicht zu den Nährstoffen gehören, zum Beispiel „mit Lutein“ oder „mit Omega-3-Fettsäuren“, so muss er die Menge der Substanz im selben Sichtfeld angeben wie die Nährwertkennzeichnung, aber separat, beispielsweise unter der Nährwerttabelle.

Grafik auf der Schauseite zusätzlich möglich

Auf einer Vielzahl von Verpackungen finden Verbraucher zusätzlich zur klassischen Nährwertkennzeichnung in Tabellenform auf der Schauseite eine andere Form der Nährwertkennzeichnung, zum Beispiel als „Tönnchen“. Sie ist freiwillig, unterliegt aber trotzdem rechtlichen Regelungen:

Sie darf sich auf den Brennwert – also eine Kalorienangabe – beschränken oder sie umfasst Brennwert zusammen mit den Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz. Die Angaben beziehen sich entweder auf 100 Gramm/100 Milliliter oder auf eine Portion. Wenn sie für eine Portion berechnet sind, muss der Brennwert zusätzlich für 100 Gramm oder 100 Milliliter gekennzeichnet sein.

Zusätzlich dürfen die Nährwerte in Prozent der Referenzwerte angegeben werden. Dann ist die Erklärung „Referenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen (8400kJ/2000kcal)“ vorgeschrieben.

Einige Lebensmittel sind von der Pflicht zur Nährwertkennzeichnung ausgenommen.  Beispielsweise müssen auf alkoholischen Getränken mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol und auf unverarbeiteten sowie unverpackten Lebensmitteln auch in Zukunft keine Nährwerte angegeben sein. Die vollständige Liste mit den Ausnahmen finden Sie im grauen Kasten.

Ausnahmen von der Nährwertkennzeichnung

Folgende Lebensmittel sind von der Verpflichtung zur Nährwertdeklaration ausgenommen:

  • Lose Ware und Lebensmittel, die zum unmittelbaren Verkauf vorverpackt werden
  • Unverarbeitete Produkte, die nur aus einer Zutat bestehen, zum Beispiel Kartoffeln oder unverarbeitetes Fleisch
  • Produkte, die einer Reifungsbehandlung unterzogen wurden und nur aus einer Zutat bestehen, zum Beispiel getrocknete Tomaten oder getrocknete, fermentierte Fleischstücke (Beef Jerky)
  • Wasser mit oder ohne Kohlensäure, auch aromatisiertes Wasser
  • Kräuter, Gewürze, Salz und Tafelsüßen
  • Kaffee (ganze Bohnen und gemahlen, auch entkoffeiniert), Kaffee- und Zichorienextrakte
  • Tee, auch Teeextrakte, löslicher und Instant-Tee, wenn diesem außer Aromen keine weiteren Zutaten zugefügt wurden
  • Essig und Essigersatz
  • Aromen, Lebensmittelzusatzstoffe, Verarbeitungshilfsstoffe und Enzyme
  • Gelatine und Gelierhilfen für Konfitüre
  • Hefe
  • Kaugummi
  •  Lebensmittel, deren Verpackung kleiner ist als 25 Quadratzentimeter
  • Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen vom Hersteller an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden
  • Alkoholische Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol

 

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Die einheitliche Nährwertkennzeichnung ermöglicht Verbrauchern eine bessere Orientierung beim Einkauf. Käufer können sich bei verpackten Lebensmitteln nun besser über enthaltenen Mengen an Zucker, Fett oder Salz informieren. Allerdings schwächt die lange Liste an Ausnahmen die Transparenz. Insbesondere die Ausnahme für alkoholische Getränke ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar und sollte aufgehoben werden.

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Letzte Änderung 
13. Dezember 2016

Kommentare

Ich habe gestern einen 500 g-Beutel Halbe Kichererbsen der Marke schani gekauft. Händler ist die Firma Global Foods, Verpackt wurde das Produkt in Deutschland. Auf der Verpackung fehlen die Nährwertangaben. Greift hier die Ausnahmeregelung, da hier nur eine Zutat enthalten ist?


Das Halbieren der Kichererbsen zählt nicht als Verarbeitungsschritt, daher greift die Ausnahmeregelung für unverarbeitete Produkte, die nur aus einer Zutat bestehen.

Unserer Ansicht nach trifft hier auch die Ausnahmeregelung für Produkte zu, die einer Reifungsbehandlung unterzogen wurden, da die Kichererbsen getrocknet sind.

Viele Hersteller geben bei getrockneten Kichererbsen, Linsen o.ä. die Nährwerte freiwillig an. Das ist aus unserer Sicht deutlich verbraucherfreundlicher.


Ich würde gerne die Produkte der Mühlenbäckerei des Demeterhofes Medewege kaufen, lasse sie jedoch jedesmal liegen, weil die Kennzeichnung fehlt. Da mein kleiner Sohn Typ 1 Diabetiker ist, bin ich auf die Kennzeichnung der Produkte angewiesen. Die Produkte der Mühlenbäckerei kann man online und in sehr vielen Geschäften in Norddeutschland beziehen, die Nährwerte kann ich online im Shop einsehen. Reicht das aus?


Bei loser Ware sind eine komplette Zutatenliste und eine Nährwertkennzeichnung nicht verpflichtend. Lediglich über Allergene muss informiert werden. Wenn dieselben Backwaren auf der Website mit einer Nährwertinformation versehen sind, können Sie sich daran orientieren. Wir empfehlen Ihnen aber nachzufragen, ob die Rezepturen tatsächlich identisch sind.

Hallo,
ich stelle Konfitüren in einer Manufaktur her. Kleinserien von 100-400 Gläsern je Sorte. Verkaufe die im Laden und an andere lokale Läden/Restaurants. Greift hier Ihr vorletzter Punkt der geringen Mengen und Direktvermarktung? DANKE


Satzungsgemäß können wir als Verbraucherzentrale keine Fragen von Lebensmittel-Anbietern sondern ausschließlich von Verbrauchern und Verbraucherinnen beantworten. Wir können Ihre Frage daher leider nicht bearbeiten.

Hallo,

wenn ich einen (individuell hergestellte) Tortenaufleger (Oblatenpapier, Dekorpapier oder Fondantpapier) verkaufe (mit eigenem Foto und Wunschtext des Kunden - also ein Bogen individuell hergestellt), müssen dann die Nährwertangaben ebenfalls dabeistehen?

Herzliche Grüße


Satzungsgemäß können wir als Verbraucherzentrale keine Fragen von Lebensmittel-Anbietern sondern ausschließlich von Verbrauchern und Verbraucherinnen beantworten. Wir können Ihre Frage daher leider nicht bearbeiten.


Guten Abend meine Tochter 6,Diabetiker wurde dieses Jahr eingeschult der hat caterer weigert sich die Nährwerte anzugeben,jetzt stellt sich mir die Frage ob der caterer dazu nicht verpflichtet ist
Lg


Für lose Ware ist eine Nährwertkennzeichnung nach wie vor nicht verpflichtend. Das betrifft auch die Gemeinschaftsverpflegung. Auch auf Nachfrage muss Ihnen der Caterer leider keine Auskunft über die Nährwerte der angebotenen Mahlzeiten geben.


Ich halte mich an einen strengen Ernährungsplan.
Auf Seitenbacher Brotbackmischungen ist keine Nährwettabelle angegeben.
Auch auf Anfrage bei der Kontaktadresse der Firma bekam ich keine Antwort.
Ist das legal?
LG, Walter


Auf den ersten Blick können wir keine Ausnahmeregelung erkenne, nach der das Produkt nicht gekennzeichnet sein muss. Wir prüfen das gerne genauer, bitte nutzen Sie dazu unser Produktmeldeformular.