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ültje Rauchmandeln, geröstet

 

Produktaufmachung vermittelt eine andere Verarbeitung: Rauchgeschmack stammt von Aromen

Verbraucherbeschwerde 

Die Produktbeschreibung "Rauchmandeln, geröstet" ist irreführend. Denn hier handelt es sich zwar um geröstete, nicht aber geräucherte Mandeln, sondern der Rauchgeschmack wird durch nicht natürliches Aroma, "Raucharoma" erzielt. […]Der direkt unter der deutschen Aufschrift auf der Verpackung stehende frz. Produktname "Amandes, fumées et grillées" suggeriert, dass es sich hier um geräucherte Mandeln handelt.

Dass das Produkt in anderen Ländern wie Frankreich oder Großbritannien diese Bezeichnung führen dürfen, weil dort weniger strenge Lebensmittelgesetze herrschen, mag sein - nichtsdestotrotz ist es irreführend für den deutschen Verbraucher; daher sollte nur die deutsche Bezeichnung auf der Packung stehen oder anderweitig deutlicher als nur bei den Inhaltsstoffen auf der Rückseite kenntlich gemacht werden, dass es „aromatisierte“ Mandeln sind.
Frau M. aus Heidelberg vom 12.01.2017

Einschätzung der Verbraucherzentrale:
Einschätzung der Verbraucherzentrale 

Zusammenfassung:

Die Produktaufmachung der „Rauchmandeln“, das französische Wort „fumées“ (Übersetzung: geräuchert) sowie der abgebildete Rauch können bei Verbrauchern den Eindruck erwecken, dass frischer Rauch eingesetzt wird. Stattdessen steht in der Zutatenliste nur Raucharoma.

Im Missverständnisse über die Herstellung zu vermeiden, sollte der Anbieter auf der Schauseite auf den Wortbestandteil „Rauch“ und die Angabe „geräuchert“ – auch in französischer Sprache – verzichten.

Darum geht’s:

Der Produktname „Rauchmandeln“ ist mit dicker Schrift über die gesamte Breite der Verpackung aufgedruckt. Darunter steht in etwas kleinerer Schrift „geröstet; Amandes, fumées et grillées“ (Übersetzung: Mandeln, geräuchert und geröstet). Die Produktbezeichnung auf der Rückseite lautet „Rauchmandeln, geröstet und gesalzen“. Die Zutatenliste zeigt auf, dass der Geschmack aus natürlichem Aroma und Raucharoma stammt. Die Angabe „Rauch“, die auf die Verwendung von frisch entwickeltem Rauch hinweist, ist nicht vorhanden.

Das ist geregelt:

Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) regelt grundsätzlich, dass Informationen über Lebensmittel nicht täuschend sein dürfen, insbesondere in Bezug auf die Eigenschaften des Lebensmittels wie die Methode der Herstellung oder Erzeugung.

In den Erwägungsgründen der EU-Aromenverordnung wird die Absicht erklärt, dass die Verbraucher informiert werden sollen, wenn der Räuchergeschmack eines bestimmten Lebensmittels darauf zurückzuführen ist, dass Raucharomen zugesetzt wurden. Die Etikettierung sollte beim Verbraucher keine falsche Vorstellung darüber hervorrufen, ob das Erzeugnis herkömmlich mit frischem Rauch geräuchert oder mit Raucharomen behandelt wurde.

So sieht’s die Verbraucherzentrale:

Die Angabe „geräuchert“ oder „Rauch“ als Wortbestandteil der Bezeichnung sollte Lebensmitteln vorbehalten sein, die tatsächlich geräuchert und nicht mit Raucharoma hergestellt wurden. Entsteht der Rauchgeschmack der Mandeln statt mit frischem Rauch durch Aromen sollte die Bezeichnung auf der Schauseite eindeutig sein.

Fazit:

Die Begriffe „Rauch“ oder „geräuchert“ – auch in französischer Sprache – auf der Vorderseite der Verpackung sollten entfallen, um Missverständnisse zu vermeiden. 

Stellungnahme der ültje GmbH, Schwerte

Kurzfassung:

Unser Artikel ültje Rauchmandel ist korrekt gekennzeichnet, daher liegt aus unserer Sicht keine Verbrauchertäuschung vor. Die Nuss-Spezialität Rauchmandeln wird im deutschen Markt nunmehr seit Jahrzehnten von verschiedenen Herstellern angeboten. Allen diesen Angeboten gemein ist das Erreichen des rauchigen Geschmacks durch Zugabe von Rauch in Form eines Aromas. 

Stellungnahme Downloads 
Status 

Der Hersteller kündigt eine Prüfung der französischen Deklaration an, die bei einer der nächsten Druckauflagen umgesetzt werden soll.

Stand 
17. Juli 2017