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Fisch, frisch und gefroren: Herkunftsangaben müssen sein

Frische Forellen © Gennadij Kurilin - Fotolia.com

Zwischen 14 und 15 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte isst jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr.
Wer zu frischen oder tiefgekühlten Fischen oder Fischfilets greift, erfährt beim Kauf sowohl die Herkunft als auch die Produktionsmethode. Wurde der Fisch aber beispielsweise zu Konserven verarbeitet, so sind diese Angaben allenfalls als freiwillige Informationen zu finden.

Das ist Pflicht

An der Bedienungstheke angebotener, unverarbeiteter Frischfisch und tiefgekühlter Fisch unterliegen speziellen Kennzeichnungsvorschriften.
Zur Pflichtkennzeichnung gehören

  • die Handelsbezeichnung der Fisch-, Krebs- oder Weichtierart. Sie kann ergänzt werden durch den wissenschaftlichen Namen.
  • die Produktionsmethode:
    - bei Seefisch: „gefangen …“
    - aus Seen oder Flüssen: „aus Binnenfischerei …“
    - aus der Zucht: „aus Aquakultur“ oder „gezüchtet“
  • das Fanggebiet oder Herkunftsland.

Die Angabe „gefangen“ darf fehlen, wenn sich aus der Handelsbezeichnung und der Angabe des Fanggebietes ergibt, dass es sich um eine im Meer gefangene Fischart handelt.
Für Seefisch gibt es 12 definierte Fanggebiete wie Nordwestatlantik, Nordostatlantik, Ostsee und Südwestatlantik.
Bei Fischen aus Binnenfischerei (See oder Fluss) sowie bei der Zucht in „Aquakultur“ muss das Land genannt werden.
Eine korrekte Kennzeichnung lautet beispielsweise: „Forelle aus Aquakultur in Deutschland“ oder „Kabeljau, (gefangen im) Nordostatlantik“.
 

Wichtig für die Kaufentscheidung

Aus unterschiedlichen Gründen können diese Informationen beim Fischkauf entscheidend sein. Wer beim Einkauf beispielsweise den Nährstoffgehalt berücksichtigen möchte, benötigt diese Angaben, denn Seefisch enthält mehr Jod und Omega-3-Fettsäuren als Süßwasserfisch.

Verbraucher, die Produkte aus überfischten Gebieten vermeiden wollen, sind auf die Kennzeichnung des Fanggebiets angewiesen.

Ausnahmen

Während unverarbeitete ganze Fische, Fischfilets oder kleinere Fischstücke und geräucherter Fisch die Kennzeichnung aufweisen müssen, sucht man die Angaben auf Fischkonserven oft vergeblich. Denn zubereiteter oder haltbar gemachter Fisch wie Fischkonserven, Fischsalate und marinierter und gekochter Fisch sind von der speziellen Fischkennzeichnung ausgenommen.

Einschätzung aus Sicht der Verbraucherzentrale

Berichte der Lebensmittelüberwachung zeigen, dass Fisch nicht immer vorschriftsmäßig gekennzeichnet ist.

Verbraucher, die sich über die unzureichende Kennzeichnung ärgern, können sich direkt im Laden beschweren und die Lebensmittelüberwachung informieren. Diese sollte die Kennzeichnung von Fisch konsequent kontrollieren und Verstöße ahnden. Mitteilungen an Lebensmittelklarheit.de zeigen, dass sich Verbraucher Herkunftsangaben auch bei verarbeiteten Lebensmitteln wünschen, zum Beispiel auf Konserven. Wir fordern deshalb eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf allen Lebensmitteln.

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Letzte Änderung 
6. Mai 2014